Citroen DS4: Extravaganter Halbgott mit zwiespältigem Charakter
01.02.12
Citroen DS4: Unkonventioneller Halbgott
Sein Name verrät den hohen Anspruch: Citroen DS4. Mit dem ersten Modell, das die beiden Großbuchstaben führte, schrieb der französische Autobauer im Jahr 1955 Geschichte. Die legendäre 'Déesse' - "die Göttin" - war mit ihrer futuristischen Karosserie, Servolenkung, Halbautomatik und hydropneumatischer Federung eine automobile Revolution. Technisch und stilistisch avantgarde und extravagant.
Im Vergleich dazu ist der neue DS4 allenfalls ein „Halbgott“, der vor allem mit stilistischer Extravaganz auffallen will und sich aufs Tarnen und Täuschen versteht. Durch die flache Dachlinie sowie die spitzzulaufenden Fondfenster wirkt er zunächst wie ein sportliches Coupé, seine leicht höher gelegte Karosserie mit pausbäckiger Front, breitem muskulösem Heck und großen Radläufen erinnert dagegen eher an einen SUV.
Gelände- Ambitionen hat der frontgetriebene DS4 jedoch keine. Und wer genauer hinschaut, entdeckt die Griffe für die Fondtüren gut versteckt in der C-Säule. Unter diesem unkonventionellen Kleid versteckt sich die konventionelle Technik des D4, mit dem Citroen in der Golf-Klasse konkurriert. Auf diese Weise vereint der DS4 gleich drei unterschiedliche Automobil-Konzepte zu einem ungewöhnlichen, Eleganz und Sportlichkeit ausstrahlenden Design. Das soll vor allem Life-Style-orientierte Kunden ansprechen, „die sich von der Masse abheben wollen“, wie es im Verkaufsprospekt heißt.
Doch Individualität und Life-Style haben ihren Preis. Zwar nicht unbedingt beim Kauf, da bewegt sich der DS4 auf dem Niveau seiner direkten Konkurrenten, etwa dem Audi A3 oder dem BMW 1er. Vielmehr bezahlt man mit Abstrichen bei Komfort, Nutzwert und Alltagstauglichkeit. Formschönheit ist dem DS4 wichtiger als Funktionalität.
Im Vergleich dazu ist der neue DS4 allenfalls ein „Halbgott“, der vor allem mit stilistischer Extravaganz auffallen will und sich aufs Tarnen und Täuschen versteht. Durch die flache Dachlinie sowie die spitzzulaufenden Fondfenster wirkt er zunächst wie ein sportliches Coupé, seine leicht höher gelegte Karosserie mit pausbäckiger Front, breitem muskulösem Heck und großen Radläufen erinnert dagegen eher an einen SUV.
Gelände- Ambitionen hat der frontgetriebene DS4 jedoch keine. Und wer genauer hinschaut, entdeckt die Griffe für die Fondtüren gut versteckt in der C-Säule. Unter diesem unkonventionellen Kleid versteckt sich die konventionelle Technik des D4, mit dem Citroen in der Golf-Klasse konkurriert. Auf diese Weise vereint der DS4 gleich drei unterschiedliche Automobil-Konzepte zu einem ungewöhnlichen, Eleganz und Sportlichkeit ausstrahlenden Design. Das soll vor allem Life-Style-orientierte Kunden ansprechen, „die sich von der Masse abheben wollen“, wie es im Verkaufsprospekt heißt.
Doch Individualität und Life-Style haben ihren Preis. Zwar nicht unbedingt beim Kauf, da bewegt sich der DS4 auf dem Niveau seiner direkten Konkurrenten, etwa dem Audi A3 oder dem BMW 1er. Vielmehr bezahlt man mit Abstrichen bei Komfort, Nutzwert und Alltagstauglichkeit. Formschönheit ist dem DS4 wichtiger als Funktionalität.
Dem Design-Konzept geopfert werden auch Kopf- und Beinfreiheit im Fond. Hier wird es nicht erst beim Sitzen eng. Schon der Einstieg ist vor allem im unteren Bereich recht schmal bemessen, und wird zudem durch die scharfkantige Spitze der pfeilartig nach hinten gezogenen Tür erschwert. Wer formschön fahren will, muss offenbar leiden. So lässt es das außergewöhnliche Design der Fond-Türen auch nicht zu, die Scheiben zu öffnen. Immerhin gehört eine Klimaanlage zur Serienausstattung.
Weitaus mehr Komfort gönnt der DS4 Fahrer und Beifahrer, insbesondere in der getesteten, besten Ausstattungsvariante SportChic. Die äußerst bequemen Sportledersitze bieten einen guten Seitenhalt und neben einer elektrisch einstellbaren Lendenwirbelstütze auch noch eine Massagefunktion. Auch sonst gibt der DS4 im Innenraum den schicken Charmeur, der Optik und Haptik mit hochwertiger Materialqualität und Verarbeitung schmeichelt. Das belederte Lenkrad versprüht in Verbindung mit einem edlen Armaturenbrett, zahlreichen Chromapplikationen sowie einer dezenten Ambiente-Beleuchtung moderne, sportliche Eleganz.
Eine weit ins Dach gezogene Panorama-Windschutzscheibe erzeugt zudem einen ungewöhnlichen Raumeffekt und erweitert das Sichtfeld nach oben. Durch Übersichtlichkeit überzeugt auch das Cockpit. Drei grafisch sehr ansprechende und gut lesbare Rundinstrumente liefern nicht nur Informationen zu Drehzahl, Geschwindigkeit, Benzinstand und Motortemperatur, sondern machen auch auf den günstigsten Schaltpunkt aufmerksam. In der mittleren Anzeige kann der Fahrer zudem durch eine kleine Walze am Lenkrad weitere Daten wie beispielsweise den durchschnittlichen und den aktuellen Verbrauch aus dem Bordcomputer abrufen.
Vom Lenkrad aus lassen sich über weitere ergonomisch angeordnete Knöpfe und Drehschalter auch Geschwindigkeitsregler und - begrenzer sowie Navigationssystem, Audio-Anlage und die Bluetooth basierte Freisprechanlage steuern. Auch die übersichtlich angeordneten Bedienelemente in der breiten Mittelkonsole sind gut zu erreichen. Nicht nur deshalb macht das Fahren des DS4 großen Spaß. Der sportliche Crossover hält, was sein Aussehen verspricht.
Der 163 PS starke Turbodiesel im getesteten DS4 HDI165 setzt auch im unteren Drehzahlbereich jede Bewegung des Gaspedals ohne Verzögerung in Vortrieb um und beschleunigt selbst bei höheren Geschwindigkeiten noch kraftvoll. Wer das exakt schaltbare Sechsgang-Getriebe flink genug schaltet, kann innerhalb von 8,6 Sekunden auf 100 Stundenkilometer beschleunigen. Die elektrohydraulische Lenkung reagiert angenehm direkt und hält den DS auch auf kurvenreichen Strecken präzise in der Spur. Nur wenn es ihm in kurvigem Terrain zu schnell wird, reagiert der DS4 ein wenig bockig, schaukelt trotz ESP und Traktionskontrolle sachte auf und schiebt leicht über die Vorderräder.
Wulf Wilde, 28.9.2011













