
Foto: AUTOIMPORT
Renntest in Estoril
Ist ja schon irre, früher fuhren hier die Formel 1 Stars, heute rase ich über die ehemalige Strecke des GP von Portugal in Estoril. Natürlich bin ich hier nicht einfach nur so zum Spaß, sondern rein beruflich. Ich muss den neuen Porsche 911 Turbo testen und wo ginge das mit so einem Geschoss besser, als auf einer reinrassigen Formel 1 Strecke. Der neue 911 Turbo ist wieder etwas leichter (minus 25 kg), wieder etwas stärker (500 PS) aber auch etwas sparsamer (11,4 l/100 km) als der Vorgänger und genau das soll ich hier am eigenen Leib erfahren.
Als erstes geht es auf die Start-Zielgerade, auf der ich die Launch-Control ausprobieren darf. Klar, Launch-Control, hat doch jedes Auto. Oder? "Was ist das eigentlich?", frage ich den Kollegen neben mir und er antwortet mit einem Achselzucken. Der Porsche Instruktor lüftet das Geheimnis mit kurzen Worten: "Von 0 auf 200 km/h in 11 Sekunden!" Ok, dann mal ran. Ich fahre den Wagen an die Startlinie heran, trete mit dem linken Fuß auf die Bremse (geht natürlich nur beim PDK - das sensationell schnelle Doppelkupplungsgetriebe) gebe Vollgas und lasse den Motor bis in den roten Bereich hochdrehen. Jetzt die Bremse los lassen und ab geht die Post - ich fühle mich wie in einem Dragster oder einer Boeing und ein angestregtes Lächeln macht sich auf meinem Gesicht breit. Nach ca. 11 Sekunden ist tatsächlich alles vorbei und ich habe immerhin 197 km/h geschafft.

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Jetzt geht's richtig ab
Nach diesem ersten Extremerlebnis geht es nun erst recht ans Eingemachte. Gemeinsam mit drei weiteren Autos fahren wir auf den Rundkurs. Vornweg fährt der Instruktor und zeigt uns in gemäßigtem Tempo die Strecke, sprich die Brems- und Einlenkpunkte. Die zweite Runde gehen wir schon etwas schneller an und mit der dritten Runde kommt der Ernst des Lebens. Durch die Boxengasse geht es mit ca. 50 km/h noch ganz gesittet, aber mit dem Einschwenken auf die Strecke trete ich das Gaspedal voll durch. Bis zur ersten Kurve vergehen nur knappe zwei Sekunden und ich bin bereits auf 110 km/h. Kurz anbremsen, einlenken und wieder voll aufs Gas. Da ist schon die nächste Kurve, gleiches Spiel. Jetzt folgt eine S-Kurve, ich habe mich verschätzt und lande im Kiesbett.
Neues Spiel, neues Glück
Nachdem ich langsam aber wohlbehalten wieder in der Boxengasse angekommen bin, geht das Spiel von vorne los. Mit Vollgas aus der Boxengasse raus, erste Kurve (rechts), S-Kurve, dann eine langgezogene Kurve links und jetzt Vollgas weiter, kurz links, kurz rechts und dann rase ich mit mehr als 200 Sachen auf eine Kehre zu. Ich gebe zu, in meinem Magen wird es etwas flau - aber egal. Kurz vor der Kehre bremse ich scharf ein und gehe dann mit immer noch 120 km/h in die Kehre. Die Fliehkräfte tragen mich nach außen, aber es geht alles gut und eine knappe Minute später ereiche ich wieder die Boxengasse. Ziemlich groggi steige ich aus dem Auto und muss jetzt erstmal einen Kaffee trinken. Insgesamt drehe ich an diesem Tag locker 40 Runden und Sie können mir glauben, das schlaucht unheimlich.

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Es geht auch langsam
Obwohl der Porsche 911 Turbo wie geschaffen für schnelle Rundkurse scheint, kann man mit dem Auto wirklich auch ganz normal über die Straße cruisen. Dabei ist es immer wieder überraschend, wie angenehm sich diese Rennmaschine fahren lässt. Insbesondere im Turbo Cabrio mit dem neuen Porsche Doppelkupplungsgetriebe (PDK) macht das richtig Spaß. Sanfte Gangwechsel gepaart mit sonorem Sound und einem kräftigen Motor lassen selbst mein verwöhntes Fahrerherz höher schlagen.
Technische Daten und Preise
| Porsche | 911 Turbo |
|---|
| Karosserie | Coupe/Cabrio |
| Motor | 6 Zylinder Boxer-Turbo |
| Getriebe | 6-Gang-Schalt/7-Gang PDK |
| Antrieb | Allrad |
| Leistung | 500 PS |
| Hubraum | 3.800 ccm |
| Drehmoment | 650 Nm |
| Von 0 auf 100 | 3,7/3,6 s |
| Höchstgeschw. | 312 km/h |
| Verbrauch (ECE) | 11,6/11,4 Liter |
| CO2-Ausstoß | 272/268 g/km |
| Preis | ab 145.871 EUR |