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Alkohol: Ab wann er uns krank macht

05.02.13
Alkohol: Ab wann er uns krank machtSechs Kriterien gegen einen Hinweis darauf, ob eine Sucht vorliegt.

Schnelltest: Eine Woche ohne

Abends mit Freunden treffen und dabei sechs Weizen trinken – das finden viele Männer total normal. Genauso selbstverständlich ist für viele Frauen, mal eben eine Flasche Prosecco zu leeren. Aber ab wann hört das gepflegte Trinken auf und ab wann tritt eine krankhafte Sucht auf?

In Deutschland gelten rund 1,3 Millionen Menschen als alkoholabhängig. Insgesamt sind es laut der Drogenbeauftragten der Bundesregierung sogar 9,5 Millionen Menschen, die Alkohol in gesundheitlich riskanter Form konsumieren. Mindestens 73.000 Menschen sterben an den Folgen ihres Alkoholmissbrauchs.

Aber wann tritt ein solcher Alkoholmissbrauch tatsächlich auf? Professor Andreas Heinz von der Berliner Charité hat einen einfachen Test, mit dem jeder prüfen kann, ob er erste Zeichen einer Alkoholabhängigkeit zeigt: „Wenn man sich fragt, ob man eine Abhängigkeit hat, dann sollte man versuchen, eine Woche lang keinen Alkohol zu trinken. Wenn man das gut kann, hat man mit großer Wahrscheinlichkeit keine Alkoholprobleme. Wenn man anfängt, sich sehr unwohl zu fühlen und körperliche Entzugserscheinungen zu bekommen, dann hat man mit großer Wahrscheinlichkeit eine Abhängigkeit.“

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Der Sechs-Punkte-Check

Für Angehörige ist es besonders schwer zu unterscheiden, ob der Betroffene bereits alkoholsüchtig ist oder ob er phasenweise zum erhöhten Alkoholkonsum neigt.

Die allgemeine Hospitalgesellschaft hat sechs Kriterien aufgelistet, die auf eine Alkoholsucht hinweisen:

- Starker Wunsch/Zwang Alkohol zu trinken
- Wirkungsverminderung bei gleicher Trinkmenge, so dass mit der Zeit der Konsum erhöht wird, um die gleiche Wirkung zu erzielen
- körperliche Entzugserscheinungen bei Verminderung der Trinkmenge oder bei Weglassen des Alkohols
- Vernachlässigung von Interessen/Verpflichtungen mit der Folge von sozialen und beruflichen Problemen
- der Versuch die Trinkmenge, -häufigkeit zu reduzieren scheitert häufig
- eine Selbstschädigung durch den Alkoholkonsum wird von dem Betroffenen in Kauf genommen

Dabei genügt es für Fachleute bereits, wenn drei der sechs Merkmale vorliegen, um die Diagnose einer Alkoholabhängigkeit feststellen zu können.

Dem Betroffenen sollte man auf keinen Fall Schuldvorwürfe machen, denn die Schuldgefühle werden ihn sicher bereits plagen. Lieber die Angelegenheit direkt ansprechen. Sollte der Betroffene abblocken, unbedingt das Gespräch zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufnehmen. Partner von Alkoholikern sollten auch selber Hilfe suchen, zum Beispiel in Beratungsstellen oder bei ebenfalls Betroffenen.

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