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ADHS-Syndrom: Die wichtigsten Fragen und Antworten

24.01.12 15:33
ADHS-Syndrom: Die wichtigsten Fakten zu ADHSADHS-Syndrom: Das sollten Sie über ADHS wissen.
Foto: dpa bildfunk

ADHS-Syndrom: Das müssen Sie über ADHS wissen

Immer wieder werden Eltern mit der Abkürzung ADS oder ADHS in Berührung kommen. Gemeint sind damit die Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS) oder die Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern.

ADS/ADHS ist beileibe nichts Neues. Schon im Jahr 1845 beschrieb der Frankfurter Arzt Heinrich Hoffmann in seinem 'Struwwelpeter' mit dem Zappel-Philipp ein Kind, das einfach nicht still sitzen konnte. Der Begriff Zappel-Philipp fand Eingang in die Sprache und noch heute wird ein unter ADS/ADHS leidendes Kind oft als Zappel-Philipp tituliert.

Tatsächlich leiden viele deutsche Kinder an diesem Syndrom. Vier bis acht Prozent aller Schulkinder sind laut Experten betroffen. Das heißt: In jedem Klassenzimmer in Deutschland sitzt mindestens ein Kind mit ADHS. Jungen sind fünfmal häufiger von der Verbindung von ADS mit Hyperaktivität als Mädchen betroffen. 30 bis 70 Prozent behalten die Störung bis ins Erwachsenenalter hinein.

ADHS-Definition: Keine Hirschädigung
ADHS - was ist das eigentlich?
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ADHS bei Jungen und Mädchen
Jungen sind viel anfälliger für ADHS
ADHS bei Jungen und Mädchen  

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu ADS/ADHS

Ist ADHS erblich?
Nach heutigem Stand gehen Wissenschaftler davon aus, dass ADHS zu einem Anteil von 50 Prozent genetisch bedingt ist. Die anderen 50 Prozent sind das Zusammenspiel von äußeren Faktoren.

Kann ich mein Kind vor ADHS schützen?
Die 50 Prozent, die genetisch bedingt sind, kann man natürlich nicht beeinflussen. Studien belegen aber einen Zusammenhang von z.B. Passivrauchen während der Schwangerschaft und der Kindheit mit dem Auftreten von ADS und Hyperaktivität. Auch Alkoholbelastung während einer Schwangerschaft stellt einen Risikofaktor dar. Experten haben in neuesten Untersuchungen gar einen Zusammenhang mit dem Konsum von Lakritz in der Schwangerschaft gefunden.

Wer kann ADHS diagnostizieren?
Die Diagnose ADHS sollte nur von Ärzten und Psychologen gestellt werden, die sich mit der Materie gut auskennen. Das sind in erster Linie Kinder- und Jugendpsychiater oder Kinderpsychotherapeuten.

Woran erkennt man eine fundierte Diagnose?
Die Diagnose sollte sich aus vielen Teilstücken zusammensetzen. Es sollte das gesamte Umfeld bekannt sein, das Kind, die Eltern, die Erzieher und Lehrer befragt werden. Ein psychologischer Test und auch eine neurologische Untersuchungen ist wichtig. Der psychologische Test sollte mindestens ein bis zwei Stunden dauern. Ein reiner Konzentrationstest reicht nicht aus. Auch ein IQ-Test und eine Intelligenzdiagnostik sind hilfreich. Oft wird aus Kostengründen auf ein MRT verzichtet. Dabei könnte es Auskunft darüber geben, ob vielleicht eine Form der Epilepsie vorliegt. Besonders wenn überlegt wird, ob ein Medikament gegeben werden soll ist der Ausschluss von anderen Krankheiten wichtig.

Gibt es unterschiedliche Formen von ADHS?
Es wird zwischen dem Mischtypus, dem vorwiegend Hyperaktiv-Impulsiven Typus (ADHS) und dem vorwiegend Unaufmerksamen-Typus (ADS) unterschieden. Die beiden ersten Typen fallen durch ihr Verhalten schneller auf. Der unaufmerksame Typus wirkt eher verträumt und in sich gekehrt und oft kommt erst durch scheinbar unerklärliches Versagen in der Schule oder im Beruf der Verdacht auf ADHS. Besonders bei Mädchen kommt dieser Typus häufig vor.

Ist ADHS heilbar?
ADHS ist nicht zu 100 Prozent heilbar, jedoch können die Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen mit gezielter Behandlung und Therapie stark gemildert werden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Es gibt Therapien, Erziehungshilfen, Coaching, Ergotherapie, Medikamente und Ernährungsmodelle, die bei ADHS eingesetzt werden. Die Behandlung sollte parallel durchgeführt werden. Es gibt ambulante Therapien und bei schweren Fällen auch stationäre Psychotherapien. Die Familien sind meist eng mit eingebunden.

Was sind die Folgen von ADHS?
Wenn ADHS nicht diagnostiziert und behandelt wird, kann das starke Beeinträchtigung des Lebens nach sich ziehen. Der Betroffene fühlt sich isoliert, wird von der Umwelt als dumm, aggressiv oder faul bewertet. Kinder mit unentdeckter ADHS werden oft für ihr Verhalten bestraft und geraten immer mehr in die Isolation. Lese-Rechtschreibschwäche, Dyskalkulie, Störung des Sozialverhaltens, Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten, Intelligenzminderung, Tic-Störungen (Tourette-Störung), Depressionen, Angststörungen, Sprachstörung (z.B. Stammeln oder Stottern) und Zwangsstörungen können durch ADHS ausgelöst werden.

Gibt es auch positive Nebeneffekte bei ADHS? Wissenschaftlich umstritten, aber von Betroffenen und Therapeuten immer wieder hervorgehoben sind auch positive Folgen von ADHS. Besonders in Verbindung mit einer Verhaltenstherapie können sich diese Stärken entwickeln. Betroffene werden oft als hypersensibel beschrieben. Sie erfassen Stimmungsveränderungen sehr schnell. Auch Begeisterungsfähigkeit ist immens vorhanden. Sie sind oft sehr kreativ und offen für Neues. Hyperaktivität kann auch zu besonderer Begeisterung am Leistungssport führen. Manche Forscher beschreiben ADHS-betroffene Menschen als Nachfahren aus der Epoche der Jäger und Sammler. Die meisten heutigen Menschen seien hingegen aus der späteren Epoche der Bauern hervorgegangen.

Gibt es ADS/ADHS auch bei Erwachsenen?
Bei Erwachsenen können die Symptome vollkommen anders aussehen. Frauen reagieren auf die Störung häufig mit Essstörungen. Bullimie kann also eine Folge von ADHS sein. Bei Männern sind Depressionen und Phobien nicht selten.

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2012-01-24
ADHS-Syndrom: Die wichtigsten Fragen und Antworten - RTL.de
ADHS-Syndrom: Ist ADHS erblich? Woran erkenne ich ADHS? Kann ich mein Kind vor ADHS schützen? Lesen Sie hier die wichtigsten Fragen und Antworten.
http://www.rtl.de/cms/ratgeber/ads-adhs-die-wichtigsten-fragen-und-antworten-19595-9af8-64-842279.html
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