Offener Strafvollzug: Betreuer nimmt Jugendliche mit in den Puff

Betreuer mit Jugendlichen im Puff
Ein Betreuer nahm Jugendliche mit auf eine Partytour und anschließend in den Puff. © dpa, Oliver Berg

Sozialpädagoge kam Kündigung zuvor

Ein dubioser Skandal sorgt derzeit in Dormagen für Aufsehen: Ein kirchliches Jugendhilfeprojekt, das straffälligen Teenagern bei ihren Problemen helfen soll, wurde jetzt vorzeitig beendet. Der Grund: Ein Betreuer nahm Jugendliche mit auf eine Partytour und anschließend sogar in den Puff. Das berichtet der Kölner 'Express'.

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In dem kirchlichen Jugendhilfezentrum Raphaelshaus wurden seit Sommer 2012 mehrere straffällig gewordene Jugendliche in dem Vorzeigeprojekt "Jugendstrafvollzug in freien Formen" betreut. Doch ein Diplom-Sozialpädagoge hatte wohl ganz andere Vorstellungen von vernünftiger Betreuung – er ermöglichte drei Jugendlichen einen Bordellbesuch in Düsseldorf. Dies bestätigte das Raphaelshaus. Viel zu spät und betrunken sei er dann mit seinen Schützlingen zurückgekehrt.

Das kirchliche Jugendhilfezentrum erklärte, der Sozialpädagoge sei einer fristlosen Kündigung zuvorgekommen und habe selbst mit sofortiger Wirkung gekündigt. Die zuständige Fachabteilung des Justizministeriums wurde über die unglaublichen Vorfälle informiert und beendete das Modellprojekt vorläufig. Fünf Straftäter sind davon betroffen. Für sie bedeutet das nun der Umzug in die Justizvollzugsanstalt Wuppertal-Ronsdorf. Einer von ihnen konnte jedoch fliehen: Er brach das Fenster in seinem Zimmer auf und floh. Die Polizei hat eine Fahndung eingeleitet, der Jugendliche wurde aber bisher noch nicht gefasst.

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