Norovirus war Ursache für Brechdurchfall auf Schiff

08.12.2012 | 15:43
Wiesbaden, Norovirus, Rhein-Kreuzfahrtschiff Die Ursache für den Brechdurfall von über 70 Menschen ist geklärt: Es handelt sich dabei um das Norovirus.

Szenen wie aus einem Katastrophenfilm

Eine Fluss-Kreuzfahrt wird zum Horrortrip: 72 Menschen an Bord eines Hotelschiffes haben sich auf dem Rhein mit dem Norovirus angesteckt. Nach Angaben der Wiesbadener Feuerwehr litten sie unter starkem Brechdurchfall. Die 'MS Bellriva' mit 190 Menschen an Bord musste vor Wiesbaden ankern und wurde von den Behörden zwischenzeitlich unter Quarantäne gestellt.

- Anzeige -

Drei Patienten kamen in eine Klinik, die restlichen wurden an Bord versorgt. Anschließend wurden die Urlauber mit Bussen nach Köln zurückgefahren. Dem Schiff wurde die Weiterfahrt untersagt, bis es gründlich gereinigt und desinfiziert ist. Auch im baden-württembergischen Breisach musste ein Hotelschiff auf dem Rhein anhalten, nachdem 85 Reisende an starkem Brechdurchfall erkrankt waren. Neun Reisende der 'MS Britannia' kamen in eine Klinik.

In Wiesbaden hatten sich zunächst Szenen wie aus einem Katastrophenfilm abgespielt: Rettungskräfte in weißen Schutzanzügen und Atemmasken brachten Infusionen und Medikamente an Bord des Kreuzfahrt-Schiffes 'MS Bellriva'. Nur die schwersten Fälle der erkrankten Passagiere durften von Bord. Für alle anderen galten strenge Quarantänevorschriften.

Nach Angaben der Feuerwehr 72 waren Menschen an Bord des Hotelschiffes plötzlich erkrankt, litten unter heftigem Brechdurchfall. Rettungskräfte rückten mit einem Großaufgebot an. Niemand kannte zunächst den Auslöser der Krankheit, die rasch um sich griff. "Da von hochansteckenden Erregern ausgegangen werden musste, wurde der Katastropheneinsatzplan in Gang gesetzt", erklärte eine Sprecherin der Wiesbadener 'Dr. Horst Schmidt Klinik'.

Das Krankenhaus stellte den Regelbetrieb in der Notaufnahme ein, räumte eine Station. "In kürzester Zeit waren zehn Ärzte und 20 Mitarbeiter des Pflegedienstes einsatzfähig", sagte der Oberarzt der Zentralen Notaufnahme, Marc Dieroff. Das Gesundheitsamt verhängte eine Quarantäne über das Schiff. Nur drei besonders geschwächte Patienten durften von Bord und kamen auf eine Isolierstation der Klinik.

Ältere Passagiere waren anfällig für Infektion

Die meisten der erkrankten Passagiere waren nach Angaben der Feuerwehr älter als 60 Jahre und daher entsprechend anfällig für eine Infektion. "Die größte Gefahr bei dieser Infektion ist, dass man dehydriert", erläuterte ein Sprecher. Insgesamt befanden sich rund 190 Menschen an Bord, darunter 145 Passagiere. Erst nach Stunden war klar: Das Norovirus hat die Krankheitswelle verursacht.

Noroviren gehören zu den häufigsten Erregern für plötzlich auftretenden Brechdurchfall. Sie sind leicht übertragbar und weltweit verbreitet. Typische Symptome sind neben Übelkeit, Durchfällen und Erbrechen auch Bauchschmerzen und Mattigkeit. Übertragen werden sie von Mensch zu Mensch. Aber auch Speisen und Getränke - etwa verunreinigtes Wasser - sind eine mögliche Infektionsquelle. Gerade auf Kreuzfahrtschiffen kommt es immer wieder zu Problemen. Erst im Sommer erkrankten 15 Menschen an dem Virus an Bord eines Kreuzfahrtschiffes, das auf der Mosel bei Cochem unterwegs war.

Mittlerweile konnten die Passagiere und Besatzungsmitglieder der 'MS Bellriva' von Wiesbaden aus in Bussen die Heimreise nach Köln antreten. Dort sollte auch planmäßig der Kurzurlaub der Reisenden enden, wie ein Sprecher der Feuerwehr mitteilte.

Bildquelle: dpa bildfunk
00:00 | 02:09

Rosberg "wie auf rohen Eiern"

Für so einen Tag hat Hamilton gebetet