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Umgang mit Leiharbeitern: Kunden laufen Sturm gegen Amazon

17.02.13 19:20
Amazon, Leiharbeit, ArbeitsbedingungenViele Amazon-Kunden sind entsetzt über den Umgang mit Leiharbeitern und haben ihre Konten beim Online-Händler bereits gelöscht.
Foto: dpa bildfunk

Politiker fordern Aufklärung über Arbeitsbedingungen

Die Deutschen kaufen immer mehr online. Lieferdienste bringen Paket um Paket an die Haustür. Schnell, unkompliziert, billig – zumindest für den Kunden. Denn oft bedeutet dies nichts anderes, als dass dafür andere teuer bezahlen. Mit ihren Jobs oder mit Jobs, die es in sich haben. Wie im Fall des Online-Händlers Amazon, der nach einer TV-Doku über die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Leiharbeitern am hessischen Standort Bad Hersfeld nicht zum ersten Mal massiv in der Kritik steht.

So berichteten ehemalige Amazon-Mitarbeiter RTL, dass Angestellte angeblich davon abgehalten worden sein sollen, zur Toilette zu gehen oder wichtige Medikamente zu nehmen - nur, um die Arbeitsabläufe nicht zu unterbrechen. Die Gewerkschaft Verdi wirft dem Konzern schon seit längerem vor, gerade Saisonkräfte schlecht zu bezahlen und etwa mit strengen Kontrollen und Überwachung zu gängeln. Auch aus der Politik werden nun Rufe nach Aufklärung laut.

"Der Verdacht wiegt schwer, deswegen müssen jetzt so schnell wie möglich alle Fakten auf den Tisch", fordert Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in der 'Welt am Sonntag'. Von der Leyen warnte die Leiharbeitsfirma, die mit Amazon zusammenarbeitet, vor einem Lizenzentzug: "Sollte die Sonderprüfung ergeben, dass an den Vorwürfen gegen die Leiharbeitsfirma etwas dran ist, dann steht die Lizenz auf dem Spiel."

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Amazon: Shitstorm auf Facebook

Der private Sicherheitsdienst Hensel European Security Services, der die zumeist ausländischen Mitarbeiter schikaniert haben soll, wehrte sich in einer Pressemitteilung gegen die Vorwürfe: "Den Vorwurf, unser Unternehmen pflege rechtsradikale Ansichten oder unterstütze diese, weisen wir zurück."

Der Amazon-Subunternehmer bestätigte, Zimmerdurchsuchungen durchgeführt zu haben. Die Durchsuchungen seien zur "Dokumentation etwaiger Beschädigungen oder abhandengekommener Sachen" im Einvernehmen mit dem Hotelbetreiber erfolgt und nicht rechtswidrig. Es gehöre zum Auftrag des Sicherheitsdienstes, "Hoteleigentum der Gastwirte vor Diebstahl und Beschädigung zu schützen."

Amazon hat angekündigt, die Vorwürfe zu prüfen. Doch viele Kunden laufen bereits jetzt Sturm und haben ihre Konten gelöscht. "Es ist aus meiner Sicht nicht hinnehmbar, dass das Geschäftsmodell auf moderner Sklavenarbeit basiert", schreibt ein Kunde auf der Konzern-Seite. "Ein solch zweifelhaftes Verhalten hätte ich nicht von Amazon erwartet", klagt ein Facebook-User an, ein anderer hat bereits Konsequenzen gezogen: "Ich werde nie wieder was bei ihnen bestellen, mir fehlen die Worte, wie kann man mit Menschen so umgehen". Der Online-Händler hat bisher keine Stellungnahme abgegeben.

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