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Selbstheilungskräfte: Die Medizin in unserem Kopf

17.11.11 11:31
Selbstheilungskräfte MedizinPositive Gedanken können Stress entgegenwirken und beim Gesundwerden helfen.
Foto: Fotolia Deutschland

Wie wir unseren inneren Arzt aktivieren

Stress ist der Hauptauslöser für viele Erkrankungen. Amerikanische Wissenschaftler der Harvard Medical School glauben sogar, dass 90 Prozent aller Arztbesuche in Zusammenhang mit chronischem Stress stehen. Und der hat direkte Auswirkungen auf den Stoffwechsel im Gehirn, das Immunsystem wird so geschwächt. Starke Anspannung kann außerdem die Wundheilung verzögern und sogar die Entstehung von Krebs fördern.

Positive Gedanken dagegen können dem Stress entgegenwirken und so beim Gesundwerden helfen. Deshalb sollte auch der Selbstheilungsprozess im Kopf beginnen. Glückliche Menschen produzieren geringere Mengen des Stresshormons Cortisol, das ergab eine englische Studie. Bei Menschen, die regelmäßig meditieren, lassen sich bis zu 25 Prozent mehr Antikörper im Blut nachweisen, Darmentzündungen bessern sich, Herzpatienten brauchen weniger Medikamente. Und wer gerne lacht, reduziert sein Herzinfarktrisiko sogar um die Hälfte, so das Ergebnis einer amerikanischen Studie.

Daher gewinnt die sogenannte Mind-Body-Medizin, eine Art "Lebensstilmedizin", immer mehr an Bedeutung. An den Kliniken Essen-Mitte ist sie bereits fester Bestandteil der Krebsbehandlung. Hier lernen die Brustkrebspatientinnen "achtsam“ mit sich und ihrem Körper zu sein, ihre Gedanken auf das Hier und Jetzt zu richten. Auch den Lebensstil zu überdenken und zu ändern gehört dazu. So wollen die Ärzte die Selbstheilungskräfte stärken. Prof. Gustav Dobos, Leiter der Abteilung Naturheilkunde und Integrative Medizin an den Kliniken Essen-Mitte, stellt fest, dass Yoga angstlösend ist und antidepressiv wirkt. Die Patientinnen entspannen und brauchen tatsächlich weniger Medikamente.

Mit der Kombination aus modernster Hightech-Medizin und der Mindbody-Medizin steigt nicht nur die Zufriedenheit der Patientinnen, sondern auch die Chance, die Krankheit zu besiegen. Die Patientinnen können aktiv etwas zu ihrer Heilung beitragen, das ist fast allen sehr wichtig, berichtet Dobos. In Essen rückt das enge Zusammenspiel von Körper, Seele und Geist wieder in den Vordergrund. Denn eine Depression kann die Aussicht auf Heilung um bis zu 39 Prozent verschlechtern, so die Erfahrung der Ärzte.

Fähigkeit des Körpers wird unterschätzt

Allein der Glaube an eine Therapie aktiviert die Heilkräfte im Körper. Und das konnte auch in Studien nachgewiesen werden. In bildgebenden Verfahren zeigten Ärzte, dass schon die positive Erwartung eines Patienten bestimmte Regionen im Gehirn anregte und Botenstoffe ausgeschüttet wurden, die die Organe günstig beeinflussen. Die Folge: Ängste ließen nach, Schmerzen wurden gelindert.

US-Krebsspezialisten fanden heraus, dass Entspannungsübungen deutlich Angst und Unruhe verbesserten. Sie waren ähnlich wirksam wie ein Anti-Angst-Medikament. Und beim sogenannten Biofeedback-Verfahren wurde nachgewiesen, dass es Patienten schafften, die Durchblutung ihres Körpers allein mit Willenskraft zu verändern.

Deshalb plädieren einige Ärzte auch, dem Körper einfach mal Zeit zu lassen, um sich selbst zu reparieren. Nicht immer gleich zum nächsten Medikament zu greifen, sondern sich die Chance geben, den Körper beim Gesundwerden zu unterstützen – mit positiven Gedanken, Yoga oder Meditation. Ein kostenloser Versuch, ganz ohne Rezept und Nebenwirkungen, der sich lohnen könnte.

Von Daniela Halm

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