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RTL-Stern-Wahltrend: Neues Debakel - Steinbrück immer unbeliebter

16.01.13 11:57
Steinbrück RTL-Wahltrend BundestagswahlkampfPeer Steinbrück ist im RTL-Stern-Wahltrend ebenso wie die SPD weiter gesunken.
Foto: dpa bildfunk

Kanzlerkandidat zieht die SPD auf niedrigsten Wert seit 2011

Peer Steinbrück und die SPD-Kanzlerkandidatur – ist das etwa ein großes Missverständnis? Zumindest steht die Angelegenheit weiter unter einem unglücklichen Stern, ganz egal, was der Mann auch anstellt. Ungeachtet der von ihm vorgetragenen SPD-Initiativen zu Mietrecht und Kindergeld ist sein Ansehen laut RTL-Stern-Wahltrend weiter gesunken.

Nur noch 18 Prozent würden sich im direkten Vergleich mit der Bundeskanzlerin für Steinbrück entscheiden. Das sind weitere vier Prozentpunkte weniger als in der Woche zuvor. Im Vergleich dazu braucht Angela Merkel bald eine Sauerstoffmaske angesichts ihres Höhenfluges: 59 Prozent (plus 1) würden sie direkt wählen, wenn dies möglich wäre.

Das schwindende Ansehen ihres Kandidaten zieht auch die SPD weiter nach unten: Im Vergleich zur Vorwoche verliert die Partei trotz des Versuchs, den Fokus wieder auf Sachthemen zu richten, zwei Prozentpunkte auf 23 Prozent und sinkt damit auf den niedrigsten Wert seit Juli 2011. Die Union legt dagegen weiter zu und erreicht mit 43 Prozent den höchsten Stand unter Kanzlerin Merkel.

Grüne (14 Prozent) und die Linke (8 Prozent) verlieren jeweils einen Punkt. Jeweils um einen Punkt zugelegt haben FDP und Piraten, aber weder die Liberalen mit 3 Prozent noch die Polit-Neulingen mit vier Prozent würden in den Bundestag einziehen.

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Da hilft auch kein Eierlikör

Neben den desaströsen Umfragewerten dürfte Steinbrück zu denken geben, dass auch direkte Wahlkampf-Kontakte mit Bürgern ihm keine Pluspunkte einbringen. Wie die 'Süddeutsche Zeitung' berichtet, droht die Aktion "Wohnzimmergespräche" zur Lachnummer zu mutieren. Die Sache funktioniert so: Auf der Website www.peer-steinbrück.de können sich Interessierte melden und mit etwas Glück kommt der SPD-Kanzlerkandidat leibhaftig zu einer "ungefilterten Diskussion" zu Besuch, vielleicht "auf ein Gläschen Eierlikör", wie es heißt. Das Konzept hat US-Präsident Barack Obama in seinem Wahlkampf mit Erfolg und ohne Eierlikör angewandt.

Die Angelegenheit klingt nett und sympathisch, aber passend zu Steinbrücks derzeitiger Gesamt-Performance hat sie ein negatives mediales Echo erzeugt. Denn das erste Gespräch dieser Art im norddeutschen Dörfchen Edelsbüttel fand – welch Zufall – ausgerechnet bei einer braven SPD-Parteigenossin statt, berichtet die Zeitung. Diese Dame, Mareike Bebnoswski ihr Name, sei früher eine Mitarbeiterin des damaligen Generalsekretärs Hubertus Heil gewesen. Das riecht nach einem abgekarteten Spiel, auch das ihm Wohnzimmer der Familie weitere SPD-Parteimitglieder zu Gast waren, um – so der Bericht – von Steinbrück mitgebrachten "Zucker-und Streuselkuchen" zu verputzen, macht es nicht besser.

So verwundert es nicht, dass die scheinbar abgesprochene PR-Geschichte in sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook Spott hervorruft. Das CDU-Mitglied @frederics höhnt: "Die Sozialdemokraten machen jetzt also schon Wohnzimmer-Gespräche bei Parteimitgliedern. Herzlichen Glückwunsch!" Noch despektierlicher äußert sich ein User names @schreibspecht, der fragt: "Peer Steinbrück: Heute noch Kanzlerkandidat - im Januar 2014 schon im Dschungelcamp ;-)."

Natürlich gibt es auch wohlmeinende Kommentare von SPD-Sympathisanten. Für die 'SZ' ein "merkwürdiger Zufall vielleicht. Aber mal wieder hat da offenbar einer im Stab von Steinbrück nicht aufgepasst. Das erste Wohnzimmergespräch, und im Wohnzimmer sitzen Sozialdemokraten, die danach den Kanzlerkandidaten über den Klee loben." Fazit des Blattes: "Steinbrücks größte Feinde scheinen inzwischen seine eigenen Leute zu sein." Randnotiz: Der Eierlikör, den Frau Bebnoswski besorgt haben soll, ist angeblich ungeöffnet geblieben. Vielleicht wird er ja nach der Bundestagswahl zur Frustbewältigung benötigt.