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Prozess um Tod von Jonny K. wird ausgesetzt

03.06.13 14:49
Prozess um Tod von Jonny K. geplatztSchöffe wegen Befangenheit abgelehnt
Foto: dpa bildfunk

Schöffe als befangen abgelehnt

Der Prozess um die tödliche Prügelattacke am Berliner Alexanderplatz muss neu aufgerollt werden. Das kündigte der Vorsitzende Richter Helmut Schweckendieck vor dem Berliner Landgericht an. Ein offizieller Beschluss steht zwar noch aus, dass das Verfahren gegen sechs junge Männer neu aufgerollt werden muss, steht aber fest. "Die Kammer ist sich einig, dass der Prozess in momentaner Besetzung nicht fortgesetzt werden kann", so Schweckendieck.

Grund ist die unbedachte Äußerung des Schöffen Siegfried K. Während der Verhandlung hatte er die Beherrschung verloren: "Sind Sie zu feige, oder wollen Sie uns verarschen?", fragte er einen Zeugen als sich dieser auf Erinnerungslücken berief. Die Verteidigung hatte daraufhin beantragt, den Schöffen auszuschließen, weil er parteiisch sei. Außerdem hatte der Laienrichter der Berliner Zeitung 'BZ' offenbar ein Interview gegeben, in dem er gleich mehrfach zitiert wird. Das Problem: Schöffen dürfen – ebenso wie Richter – ihre Meinung zu einem laufenden Verfahren nicht äußern.

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"Ich weiß selbst nicht, wie es weitergehen soll."

Richter Schweckendieck thematisierte den Zeitungsartikel jetzt vor Gericht: "Ich weiß selbst nicht, wie es weitergehen soll", sagte er, bevor er die Aussetzung des Verfahrens ankündigte. Der Schöffe behauptet unterdessen, nie mit der Zeitung gesprochen zu haben.

Schweckendieck sagte zur Entscheidung der Kammer: "Es darf nicht einmal der Anschein der Befangenheit durch einen Schöffen erweckt werden." Wann genau der Prozess neu beginnt, steht noch nicht fest.

Die Prügelattacke gegen Jonny K. hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Der 20-Jährige war im Oktober 2012 am Berliner Alexanderplatz so heftig angegriffen worden, dass er an Gehirnblutungen starb.

Sechs Männer im Alter von 19 bis 24 Jahren sitzen wegen Körperverletzung mit Todesfolge beziehungsweise gefährlicher Körperverletzung auf der Anklagebank. Alle haben Schläge oder Tritte eingeräumt. Die Verantwortung für den Tod wiesen die Angeklagten aber zurück.