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'Markttransparenzstelle für Kraftstoffe' startet: Der Weg zur billigsten Tankstelle

12.09.13 16:45
Benzin, BenzinpreiseSpritpreise: Neue Meldestelle soll für Transparenz sorgen.
Foto: dpa bildfunk

So kommen Sie an die Informationen

Deutschlands Autofahrer können beim Tanken seit der Einführung 'Markttransparenzstelle für Kraftstoffe' leichter die Preise vergleichen. Die Einrichtung des Bundeskartellamtes erfasst die Preise für Super (E 5 und E 10) und Diesel von 13.100 deutschen Tankstellen. Fast alle übrigen der bundesweit 14.500 Tankstellen sollen folgen.

Der Preisvergleich schaffe für den Verbraucher "Waffengleichheit mit der Mineralölindustrie" und werde den Wettbewerb ankurbeln, sagte Kartellamtschef Andreas Mundt in Bonn.

Bisher gebe es erhebliche Preisunterschiede in derselben Stadt und starke Preisschwankungen. Künftig werde der Autofahrer leichter zu der günstigen Tankstelle um die Ecke finden, auch wenn er sie nicht sehe. Erfahrungen mit einer ähnlich aufgebauten Preismeldestelle in Österreich stimmten ihn optimistisch, dass die Verbraucher davon profitieren würden.

Die Informationen gelangen über das Internet, Smartphone-Apps und Navigationssysteme zu den Autofahrern. Das Bundeskartellamt gibt die Daten kostenlos weiter.

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Verbraucherschützer erwarten keine spürbaren Preissenkungen

Gemeldet werden Benzinpreisveränderungen spätestens fünf Minuten nach dem Inkrafttreten, maximal eine weitere Minute braucht das Bundeskartellamt für die Durchleitung zu den Informationsportalen.

Verbraucherschützer begrüßten die Einrichtung, sie erwarten aber keine spürbaren Preissenkungen. Der Vergleich sei eine Hilfe. Autofahrer sollten aber bedenken, dass sie bei der Fahrt zur preiswerteren Tankstelle wiederum Sprit verbrauchten und auch die Umwelt belasteten, sagte ein Sprecher der Verbraucherzentrale NRW.

Hintergrund der Neuerung sind immer wiederkehrende Verbraucherproteste über stark schwankende Kraftstoffpreise - manchmal um zehn Cent oder mehr an einem einzigen Tag - die aus Sicht von Kritikern nicht durch die Rohstoffbeschaffung oder Erzeugung zu begründen sind. Das Bundeskartellamt spricht nach einer umfassenden Preisuntersuchung aus den Jahren 2007 bis Mitte 2010 zwar nicht von einem Kartell oder Preisabsprachen, aber von einem "marktbeherrschenden Oligopol" der fünf großen Mineralölkonzerne, die zusammen rund zwei Drittel des Marktes abdecken.

Nach den Feststellungen in der Untersuchung beobachtet die Branche systematisch die Preise der Konkurrenz und reagiert sofort und meist von den Zentralen aus gesteuert mit flächendeckenden Anpassungen. Im Ergebnis verlange die Branche im Schnitt am Freitag die höchsten und am Montag am niedrigsten Preise. Die Untersuchung bestätige außerdem die von der Mineralölindustrie oft abgestrittene Vermutung, dass das Preisniveau zu Ferienbeginn steigt, so das Bundeskartellamt. Die Preisstelle soll dagegen nicht nur die Position der Verbraucher stärken, sondern der Aufsichtsbehörde auch die nötigen Daten für mögliche Eingriffe liefern.