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Festnahmen nach Bombenfund am Bonner Hauptbahnhof

11.12.12 22:02
Bonn, Bombenalarm, Terrorgefahr, FestnahmenNach dem Bombenfund im Bonner Hauptbahnhof sind offenbar zwei Tatverdächtige festgenommen worden.
Foto: dpa bildfunk

Beide Verdächtigen standen bereits unter Terror-Verdacht

Nach dem Bombenfund im Bonner Hauptbahnhof sind offenbar zwei Tatverdächtige festgenommen worden. Wie Sicherheitskreise bestätigten, haben Ermittler den gebürtigen Somalier, Omar D., festgenommen. Der Mann sei in der Bonner Islamistenszene sehr bekannt, die Bonner Staatsanwaltschaft soll ihn bereits in den vergangenen Jahren wegen Terrorverdachts im Visier gehabt haben. Laut 'Bonner General-Anzeiger' wurde auch ein zweiter Verdächtiger in der Nähe einer Rheinbrücke am Rande der Bonner Innenstadt gefasst - eine Bestätigung der Polizei gab es dafür nicht.

Bei dem zweiten mutmaßlichen Täter soll es sich nach Medieninformationen um Abdifatah W. handeln, ein Freund von Omar D. und auch in der Bonner Islamistenszene bekannt. Als Anhänger der radikalen Salafistenszene standen beide schon 2008 unter Terror-Verdacht.

Omar D. sei den Sicherheitskreisen zufolge von Jugendlichen identifiziert worden. Gegenwärtig werde überprüft, ob er tatsächlich am Tatort auf dem Bonner Hauptbahnhof war. Dies werde anhand von Telefondaten ermittelt. Anwalt Mutlu Günal bestätigte die Festnahme seines Mandanten. Zum Tatvorwurf machte er allerdings keine Angaben.

Die Polizei bestätigte nur, dass sich in der am Montag entdeckten blauen Tasche an Gleis 1 des Bonner Hauptbahnhofs mehrere mit Pulver gefüllte Metallbehälter befunden hätten. Ob diese Konstruktion gefährlich gewesen sei, stehe noch nicht fest, betonte der Kölner Polizeisprecher Andreas Frische. 'Spiegel Online' zufolge befanden sich Butangas und Ammoniumnitrat sowie ein Metallrohr, ein Wecker und Batterien in der Tasche. Spezialisten des Landeskriminalamtes sind weiter damit beschäftigt Details zum Inhalt der Tasche herauszufinden, erklärte die Polizei in Köln. Auch deshalb sagte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CDU) eine geplante Information der Öffentlichkeit wieder ab.

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"Deutschland steht pausenlos im Fokus von Extremisten und Terroristen"

Die Polizei hat derweil eine Öffentlichkeitsfahndung gestartet und das Fahndungsbild eines weiteren Verdächtigen herausgegeben, den ein 14-jähriger Schüler als Zeuge beschrieben hatte. Der Mann sei dunkelhäutig, 30 bis 35 Jahre alt, 190 Zentimeter groß und schlank. Er habe eine schwarze Mütze, schwarze Stiefel und eine braun-graue Jacke getragen.

Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, erklärte, in dem Fall werde "höchstwahrscheinlich" die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernehmen. Dies sei ein Hinweis auf eine mögliche Gefährdung der inneren Sicherheit. Wendt sprach vom Fund eines "gefährlichen Sprengsatzes".

Dies zeige einmal mehr, "dass wir die Aufmerksamkeit gegenüber terroristischen Gefahren in Deutschland nach wie vor hoch halten müssen". Die zwischenzeitliche Ruhe, die nach der konkreten Terrorwarnung vor zwei Jahren eingetreten sei, dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, "dass Deutschland pausenlos im Fokus von Extremisten und Terroristen" stehe.

Nach der Festnahme äußerte sich der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), in einem TV-Interview: "Bonn steht bereits seit geraumer Zeit im Zentrum des öffentlichen Interesses. Die Salafistenszene steht aber auch im Interesse der Aufmerksamkeit der Sicherheitsbehörden. Deswegen macht uns nicht nur, aber insbesondere diese so genannte Bonner Szene große Sorgen. Die beiden Gesuchten sind den Sicherheitsbehörden schon seit Jahren bekannt."

Die Meldung von der geheimnisvollen Tasche auf dem Bahnsteig war am Montag beim Servicepoint der Bahn eingegangen. Der Hauptbahnhof wurde daraufhin gesperrt. Zwei Stunden später beschossen Entschärfer der Bundespolizei die Tasche mit Wasser. Dabei wurde ein "verdächtiger Gegenstand" zerlegt. Sprengstoffexperten des Landeskriminalamtes nahmen die Einzelteile unter die Lupe. Verletzte oder Schäden gab es nicht.

Der Bahnhof blieb für mehrere Stunden komplett abgeriegelt. Einige Züge konnten zwar durchfahren, es hielten in dieser Zeit aber keine. Im Nahverkehr fielen Züge aus, der Fernverkehr wurde umgeleitet. Verspätungen waren die Folge.