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Die gefährlichste Stadt der USA – Gangs beherrschen Chicago

11.03.13 13:06
RTL Reporter Endruschat Chicago gefährlichRTL-Reporterin Endruschat traf eine Lehrerin, die schon viele Schüler verloren hat.

RTL-Reporterin Christina Endruschat geht der Gewalt auf den Grund

Es gibt es kaum eine Schulklasse, in der nicht ein Stuhl leer ist, weil ein Jugendlicher erschossen wurde. Chicago machte im vergangenen Jahr Schlagzeilen als gefährlichste Stadt der USA. Mehr als 500 Menschen wurden ermordet, darunter auch Dutzende Teenager. Oft sind es Gangs, die sich wilde Straßenschießereien liefern. RTL-Reporterin Christina Endruschat hat Menschen getroffen, die ihr Leben riskieren, um diesen Krieg auf den Straßen zu beenden.

Ausgerechnet in der Heimatstadt von US-Präsident Barack Obama droht ein Bandenkrieg. Es gibt Stadtteile, in die selbst die Polizei nicht mehr hineinfährt. Durch die große Armut regieren die Waffen auf der Straße. Verzweifelt fordern Kinder auf Plakaten: "Nicht Schießen – ich will groß werden." Eine Direktorin berichtet, sie sei noch nicht lange an der Schule, "aber zehn meiner Schüler sind tot".

Einer der gefährlichsten Stadtteile Chicagos ist Roseland. Die Arbeitslosenquote liegt bei 18 Prozent, knapp doppelt so viel wie in der City. Steve Gates arbeitet hier als Streetworker und erlebt die brutale Gewalt hautnah mit. " Wir haben zu viel Gewalt, zu viele Drogen und zu viele Gangs. Das alles zusammen macht eine sehr gefährliche Mischung", erklärt der 39-Jährige.

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Familien sind von der Brutalität erschüttert

Familie Brooms verlor im vergangenen Sommer ihren Sohn Anthony. Gangmitglieder hatten den 19-Jährigen nur wenige Meter vor ihrem Haus erschossen. Vor allem die Brutalität, mit der ihr Sohn getötet wurde, können die Eltern schwer verarbeiten. "Sie schossen ihm in den Rücken. Er ist gefallen, versuchte wegzurennen. Dann haben sie ihm in die Seite und in den Arm geschossen. Er versuchte zurück ins Haus zu kommen, aber er brach auf der Straße zusammen", erzählen die Eltern schweren Herzens. Streetworker Gates erklärt, oft gehe es um Drogen, die Verteidigung des Viertels und manchmal auch nur um Respekt.

Diane Latiker gründete ein Jugendzentrum, um mit den Jugendlichen über ihre Verzweiflung zu sprechen. "Sie glauben ihre Generation habe keine Perspektive. Sie glauben nicht an Politik, nicht an ihre Gemeinde. Sie glauben ihr Zukunft ist Knast oder Tot", sagt sie. Endruschat sprach außerdem mit einem Polizeichef, der erzählt, wie die Beamten mit der hohen Mordrate umgehen. Sie ging in die Schulen und schaute sich Projekte an, wie die Jugendlichen lernen sollen, ihre Probleme friedlich zu lösen. Die RTL-Reporterin ist nach den Drehtagen sichtlich bewegt und erschüttert. Aber sie kann Chicago wieder verlassen, für die meisten Kinder bleibt das ein Traum.