Schüler mussten 'sexuelle Dienstleister' sein
06.03.10

Foto: dpa bildfunk
Lehrer überließen Gästen Schüler zum Missbrauch
Nicht nur die katholische Kirche muss derzeit Missbrauch in den eigenen Reihen aufklären: Auch an einer hessischen Privatschule sollen Schüler jahrelang sexuell missbraucht worden sein. Die 'Frankfurter Rundschau' schreibt, dass die Leitung der Unesco-Modellschule 'Odenwaldschule' den Missbrauch eingeräumt hat.
Ehemalige Schüler berichten, dass sie von Lehrern regelmäßig durch Streicheln der Genitalien geweckt wurden und zu Oralverkehr gezwungen wurden. Sogar, dass sie als 'sexuelle Dienstleister' für ganze Wochenenden eingeteilt wurden, erzählten die Schüler. Manche Lehrer sollen ihren Gästen Schüler zum sexuellen Missbrauch überlassen haben, so die 'Frankfurter Rundschau'. Lehrer sollen die Kinder zudem mit Drogen und Alkohol versorgt haben.
Ehemalige Schüler berichten, dass sie von Lehrern regelmäßig durch Streicheln der Genitalien geweckt wurden und zu Oralverkehr gezwungen wurden. Sogar, dass sie als 'sexuelle Dienstleister' für ganze Wochenenden eingeteilt wurden, erzählten die Schüler. Manche Lehrer sollen ihren Gästen Schüler zum sexuellen Missbrauch überlassen haben, so die 'Frankfurter Rundschau'. Lehrer sollen die Kinder zudem mit Drogen und Alkohol versorgt haben.
Seit 1971 sexueller Missbrauch
"Es ist für mich eine Tatsache, dass hier mindestens seit 1971 sexueller Missbrauch stattgefunden hat", sagt die Schulleiterin Margarita Kaufmann. Sie wurde im vergangenen Jahr von ehemaligen Schülern angesprochen und habe dann begonnen zu recherchieren. Sie spricht von mindestens drei Lehrern, die Schüler missbraucht haben sollen und habe "die Namen von 20 Opfern" gehört. Nach Angaben von Ex-Schülern liegt die Zahl höher. Die 'Frankfurter Rundschau' spricht von 50 bis 100 Opfern.Erste Vorwürfe hat es schon vor zehn Jahren gegeben. Ehemalige Schüler hatten den langjährigen Rektor Gerold Becker schwer belastet. Die Vorwürfe wurden aber damals nicht intensiv verfolgt. "Es war eine Unterlassung und ein grober Fehler, dass die Schule damals nicht nachgeforscht hat", sagt die jetzige Schulleiterin.
Kultusministerin Henzler äußerte sich betroffen über den Fall. "Wir werden uns das sehr genau ansehen und unseren Beitrag zur Aufklärung der damaligen Vorgänge leisten", sagte Henzler. Sie werde auch genau prüfen, ob es beim erstmaligen Bekanntwerden der Vorwürfe Ende der 90er Jahre Versäumnisse der Schulaufsichtsbehörden gegeben habe.
Auf die Schule sind auch zahlreiche Prominente gegangen, darunter der Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit und Klaus Mann. 2005 kürte das Wirtschaftsmagazin 'Capital' die Schule zur besten hessischen Schule mit gymnasialer Oberstufe.












