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Missbrauch: "Null Toleranz und vollständige Aufklärung"

07.03.10

Foto: dpa bildfunk

"Nichts darf verheimlicht werden"

Es ist, als ob nun ein Stein ins Rollen gekommen ist: Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche, aber auch an Schulen wie der Eliteschule 'Odenwaldschule' zieht immer weitere Kreise. Von Einzelfällen kann schon lange nicht mehr die Rede sein.

Die Politik findet inzwischen deutliche Worte und fordert bedingungslose Aufklärung der Fälle. Bundesjustizministerin Sabine Leutheuser-Schnarrenberger (Foto) verlangte erneut einen Runden Tisch zur Aufklärung der Missbrauchsfälle. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Erzbischof Robert Zollitsch hatte das schon einmal zurückgewiesen. "Der Runde Tisch kann eine Hilfestellung bieten, den berechtigten Anliegen der Opfer endlich gerecht zu werden", sagte Leutheuser-Schnarrenberger der 'Welt am Sonntag'. Dieser 'Runde Tisch' solle kein Pranger sein, sondern könne "die gesellschaftliche Aufarbeitung befördern."

Bildungsministerin Annette Schavan sucht nach konkreten Möglichkeiten, um dem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen vorzubeugen. Die CDU-Politikerin sagte 'Bild am Sonntag': "Ich werde in den nächsten Tagen mit dem Präsidenten der Kultusministerkonferenz und den Vorsitzenden der Lehrerverbände darüber beraten, welche konkreten Maßnahmen wir ergreifen, um weiteren Fällen von Missbrauch vorzubeugen, Opfern zu helfen und damit Vertrauen auch bei Eltern wiederherzustellen." Sie forderte von den betroffenen Bildungseinrichtungen vollständige Aufklärung: "Wo immer in Schulen und Internaten der Verdacht besteht, dass Missbrauch und Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen vorliegen, muss es null Toleranz geben und vollständige Aufklärung erfolgen. Nichts darf verheimlicht werden."

Die bayrische Justizministerin Beate Merk findet ebenfalls deutliche Worte: "Die Kirche muss jetzt ein klares Signal geben, dass ihr der Schutz der Opfer, das Mitgefühl mit den Kindern, wirklich das Wichtigste ist", sagte sie der 'Süddeutschen Zeitung'

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Sexskandal im Vatikan

Papst Benedikt XVI. muss sich aber nicht nur mit Missbrauchsfällen in Deutschland auseinandersetzen, jetzt erschüttert ein Sexskandal sogar den Vatikan selbst. Staatsdiener bestellten junge Priester aus dem Vatikan gegen Bezahlung für Homo-Orgien. Die Beweislast – Carabinieri hörten entsprechende Telefonate ab – war so erdrückend, dass Benedikt sofort die Konsequenzen zog. Die Schuldigen wurden sofort entlassen.

Das Vertrauen in die katholische Kirche ist tief erschüttert, vor Papst Benedikt und der Kirche liegt ein hartes Stück Arbeit, das wiederherzustellen. Bedingungslose Aufklärung ist da sicher der wichtigste Schritt in die richtige Richtung. Am Freitag wird der Vorsitzende der Deutschen Bischofkonferenz im Vatikan einen detaillierten Bericht über die Situation in Deutschland vorstellen.

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