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England: Behörden versagen bei Inzest-Skandal

12.03.10
Motivbild
Foto: World Entertainment News Network Ltd.

Töchter als Sex-Sklavinnen gehalten

Er war der Josef Fritzl von England: 25 Jahre lang hat ein heute 57 Jahre alter Mann aus Sheffield seine beiden Töchter als Sex-Sklavinnen gehalten und immer wieder vergewaltig. Dabei hat er sie 18 Mal geschwängert, sieben Kinder wurden lebend geboren. 2008 wurde der Vergewaltiger verhaftet und zu 25 Mal Lebenslänglich verurteilt.

Ein schockierender Bericht legte jetzt offen, dass dem Mann schon viel früher das Handwerk hätte gelegt werden können. Wie die britische Zeitung 'The Mirror' berichtet, haben die Behörden auf die Anzeichen des Missbrauchs nicht angemessen reagiert. Im Gegensatz zu Josef Fritzl, der seine Tochter Elisabeth in einem eigens dafür eingerichteten Kellerverlies gefangen hielt und vergewaltigte, lebte der Täter in Sheffield gemeinsam mit seinen Töchtern in verschiedenen Wohnungen. Um die Behörden zu täuschen, wechselten sie 67 Mal die Unterkunft.

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Sozialarbeiter versagten auf ganzer Linie

Der schockierende Bericht beschreibt, wie rund 100 Sozialarbeiter in 28 Dienststellen insgesamt 12 Hinweise über körperliche Misshandlungen und sieben zu sexuellem Missbrauch ignorierten. Der ganze Horror des Inzest-Falls wurde erst offengelegt, als die beiden Schwestern 2008 selbst zur Polizei gingen.

Das Martyrium der beiden Mädchen hatte 1980 begonnen, als sie acht und zehn Jahre alt waren. Immer wieder wurden sie von ihrem Vater vergewaltigt, auch während der Schwangerschaften. Im Falle einer Weigerung schlug er seine Töchter zusammen. Er drohte sie zu töten, sollten sie irgendjemandem von ihren Leiden erzählen.

Hätte nur ein Mitarbeiter der Sozialdienste den Mut aufgebracht, den Hinweisen nachzugehen oder die Zeichen richtig zu deuten, hätte den Mädchen dieses Schicksal erspart werden können, so der Bericht. Offenbar haben einige Mitarbeiter aus Angst geschwiegen, selbst belangt zu werden.

Die Behörden haben den Bericht bei der Vorstellung am Donnerstag vollständig anerkannt und sich bei den Opfern entschuldigt. "Es tut uns wirklich Leid. Wir hätten euch beschützen müssen", sagte ein Mitarbeiter einer beteiligten Behörde. Keiner der im Bericht erwähnten Verantwortlichen wurde bislang zur Verantwortung gezogen.

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