presenter

Opel-Rettung: Milliarden vom Staat und radikaler Jobabbau

09.02.10

Foto: dpa bildfunk

Bei der Sanierung seiner angeschlagenen Tochter Opel setzt General Motors auf staatliche Unterstützung sowie auf einen drastischen Abbau von Stellen in ganz Europa. GM-Chef Nick Reilly teilte in Frankfurt am Main mit, dass insgesamt 8.300 Jobs wegfallen, davon sind in Deutschland rund 3.900 Stellen betroffen. Nichtsdestotrotz fordert der Autobauer 2,7 Milliarden Euro von den Staaten mit Opel-Standorten, Bund und Länder sollen dabei mit 1,5 Milliarden Euro den Bärenanteil aufbringen.

Politiker hielten sich bei einer ersten Bewertung des Konzepts weitgehend zurück. Wirtschaftsminister Reiner Brüderle (FDP) begrüßte den "Leitfaden", der nun sorgfältig ausgewertet werden müsse. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) forderte General Motors auf, mehr eigenes Geld in die Sanierung von Opel zu stecken: "Nach unserer ersten Einschätzung wird es geboten sein, dass GM als Eigentümer seine Beteiligung an der Sanierung und Neuaufstellung deutlich erhöht."

Debatte entbrannt
Hartz IV verfassungswidrig – und jetzt?
Debatte entbrannt  
Protokoll gefälscht
Sorge um Rosenmontagszug
Protokoll gefälscht  
Zum Video
Opel-Chef Reilly wird konkret
Zum Video  

Jobabbau erst die Spitze des Eisbergs?

Vom Stellenabbau ist vor allem das Werk in Bochum betroffen, wo 1.799 Jobs gestrichen werden. Auch in Rüsselsheim (862), Eisenach und Kaiserslautern (jeweils 300) fallen im großen Stil Arbeitsplätze weg. Weitere rund 650 Stellen werden in der Verwaltung abgebaut, hier ist vor allem der Standort Rüsselsheim betroffen. Möglicherweise ist der aktuelle Kahlschlag nur die Spitze des Eisbergs. 'Spiegel online' berichtet von einem "internen GM-Plan", der rund 10.000 weitere Stellenstreichungen vorsehe. In Rüsselsheim und Bochum solle die Getriebefertigung eingestellt werden.

Nichtsdestotrotz sollen sich die 'Opelaner' an der Sanierung beteiligen. Zwischen 2010 und 2014 will GM auf diesem Weg weitere 265 Millionen Euro zusammenbekommen. Betriebsräte und Gewerkschaften lehnen dies jedoch kategorisch ab. Sie demonstrieren damit Einigkeit mit den Kollegen aus dem Werk in Antwerpen/Belgien, das geschlossen werden soll.

Bis 2014 will GM insgesamt elf Milliarden Euro in seine Werke investieren und damit 80 Prozent der Produkte erneuern. Das Konzept sieht vor, dass 2011 die Gewinnschwelle erreicht wird und 2012 wieder Gewinne erzielt werden.

Meinen Leuten bei wer-kennt-wen.de empfehlen