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5 Jahre unschuldig im Gefängnis: Prozess wegen ausgedachter Vergewaltigung

25.04.13 19:48
Eine Frau steht vor Gericht, weil sie durch eine erfundene Vergewaltigung einen Unschuldigen ins Gefängnis brachte.Fünf Jahre saß Horst Arnold im Gefängnis. Eine Kollegin hatte behauptet, dass der Lehrer sie auf dem Pausenhof vergewaltigt habe.

Immer wieder hatte Horst Arnold seine Unschuld beteuert

Fünf Jahre können unglaublich lang sein – vor allem wenn man unschuldig im Knast sitzt. Auch für Horst Arnold war es wohl eine gefühlte Ewigkeit. Der Lehrer musste ins Gefängnis, weil eine Kollegin ihn der Vergewaltigung bezichtigt hatte – zu Unrecht. Jetzt muss sich die Frau vor Gericht verantworten. Die Frau hält an den Vorwürfen fest. "Die Tat habe ich sehr präsent im Gedächtnis", sagte die 48-Jährige zum Auftakt des Prozesses in Darmstadt.

Laut Anklage habe es die Frau lediglich auf den Posten des Biologielehrers abgesehen und deshalb die erfundene Vergewaltigungsgeschichte in die Welt gesetzt. "Wir gehen davon aus, dass die ganze Geschichte frei erfunden ist", sagte die Staatsanwältin zu Beginn der Verhandlung. Trotzdem behauptet die Frau immer noch, Arnold hätte sie damals auf dem Pausenhof vergewaltigt.

Immer wieder hatte der Ex-Biolehrer seine Unschuld beteuert, saß dennoch fünf Jahre hinter Gittern. Haft bis zum letzten Tag, weil der Lehrer die Vergewaltigung nie zugab und deshalb die Chance auf eine Strafverkürzung wegfiel. Aber er kämpfte auch nach seiner Entlassung 2007 weiter um sein Ansehen. Als er 2011 tatsächlich rückwirkend freigesprochen wurde, ist der 53-jährige ein gebrochener Mann. Er fand keinen Job mehr, lebte von Hartz IV.

Nur ein Jahr später starb er an Herzversagen – noch bevor er eine Entschädigung erhielt. "Ich selber gehe davon aus, dass er heute noch leben würde, wenn er damals nicht zu Unrecht verurteilt worden wäre", sagt Hartmut Lierow, der ehemalige Anwalt des Opfers.

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Frau war schon vorher durch Lügen aufgefallen

Das Landgericht Kassel bezeichnete sie in dem Urteil als Erfinderin "der aberwitzigsten Geschichten". In ersten Prozess gegen Horst Arnold sei dem vermeintlichen Opfer geglaubt worden, obwohl ein "an sich kaum glaubhaftes Geschehen geschildert" sagte Kassels Vorsitzender Richter Jürgen Dreyer in der Urteilsbegründung am 5. Juli 2011. "Es ist davon auszugehen, dass die Zeugin gelogen und die Geschichte von vorne bis hinten erfunden hat."

Viele Kollegen hatten schon damals Zweifel an den Aussagen der Lehrerin. "Es schien so als wollte sie damit ihre Karriere fördern. Oder als hätte sie wirklich Wahrnehmungsstörungen", sagte eine Lehrerin. Schon vorher soll die Frau durch Lügen aufgefallen sein. "Und die haben ihr ja auch häufig genutzt, im Sinne von Krankschreibungen, Mitleidsbekundungen und Beförderungen", so der Anwalt.

Jetzt beginnt der Prozess gegen die Frau, die Arnolds Leben zerstörte. Er könnte wegweisend sein. "Ich erhoffe mir, dass Gerichtigkeit geschieht", sagte Lierow. Aber: Die Suche nach der ganzen Wahrheit könnte in Darmstadt schwierig werden. "Der Hauptbelastungszeuge lebt ja nicht mehr", beschreibt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Darmstadt, Sebastian Zwiebel, die Lage. Dafür soll der Richter gehört werden, welcher der Lehrerin 2002 glaubte.

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