Tausende Schulkinder im Osten erkrankt
28.09.12
Noro-Virus? In den vier Bundesländern Sachsen, Thüringen, Berlin und Brandenburg sind mehrere tausend Kinder und Jugendliche an Magen-Darm-Beschwerden erkrankt.Foto: dpa bildfunk
Über 6.000 kranke Kinder
Die Welle der Magen-Darm-Erkrankungen trifft immer mehr Kinder und Jugendliche in Ostdeutschland. Rund 6.000 Kranke, die nach Kantinenessen an Durchfall und Erbrechen leiden, wurden nach Berechnungen der dpa inzwischen in Sachsen, Thüringen, Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt registriert. Ihre Schulen und Kindergärten wurden alle vom gleichen Caterer mit Essen versorgt. Noch ist nicht geklärt, ob Noro-Viren, Salmonellen oder gar natürliche Gifte Auslöser für eine der bundesweit größten Magen-Darm-Erkrankungswellen der vergangenen Jahre ist.
Fest steht nur, dass die Betroffenen in allen fünf Ländern Essen vom gleichen Caterer zu sich nahmen. Das Essen stammte vom Unternehmen Sodexo mit Sitz in Rüsselsheim. Allerdings sieht sich der Zulieferer nicht verantwortlich: Nach vergleichbaren Untersuchungen gebe es keine Hinweise darauf, dass die Fälle mit Sodexo-Produkten zusammenhängen, teilte der Zulieferer auf der Internet-Seite mit.
Das Robert-Koch-Institut machte bislang noch keine Angaben zur Suche nach dem Grund für die Erkrankungen. "Wir äußern uns nicht zum Erreger", sagte Sprecherin Susanne Glasmacher. In Berlin haben die Behörden Noro-Viren und natürliche Gifte (Toxine) als mögliche Erreger im Visier. Nähere Angaben gab es nicht. Aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene könnten Salmonellen oder Noro-Viren Auslöser der Erkrankungen sein. "Auf jeden Fall muss es Hygienefehler bei der Produktion gegeben haben", sagte Vorstandsmitglied Klaus-Dieter Zastrow.
Fest steht nur, dass die Betroffenen in allen fünf Ländern Essen vom gleichen Caterer zu sich nahmen. Das Essen stammte vom Unternehmen Sodexo mit Sitz in Rüsselsheim. Allerdings sieht sich der Zulieferer nicht verantwortlich: Nach vergleichbaren Untersuchungen gebe es keine Hinweise darauf, dass die Fälle mit Sodexo-Produkten zusammenhängen, teilte der Zulieferer auf der Internet-Seite mit.
Das Robert-Koch-Institut machte bislang noch keine Angaben zur Suche nach dem Grund für die Erkrankungen. "Wir äußern uns nicht zum Erreger", sagte Sprecherin Susanne Glasmacher. In Berlin haben die Behörden Noro-Viren und natürliche Gifte (Toxine) als mögliche Erreger im Visier. Nähere Angaben gab es nicht. Aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene könnten Salmonellen oder Noro-Viren Auslöser der Erkrankungen sein. "Auf jeden Fall muss es Hygienefehler bei der Produktion gegeben haben", sagte Vorstandsmitglied Klaus-Dieter Zastrow.
Erste Fälle bereits am Dienstag
Zu den ersten Beschwerden war es am Dienstag gekommen. Auch einzelne Lehrer waren betroffen. Der Bund und die Länder setzten eine Ermittlungsgruppe ein, im Bundesministerium für Ernährung wurde ein Krisenstab gebildet. Von der Politik wurden Forderungen nach mehr Qualität des Schulessens laut.Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wurden seit Dienstag mindestens 4.600 Krankheitsfälle bekannt. Sie seien überwiegend unkompliziert verlaufen. Nach dpa-Recherchen sind hingegen bereits mehr als 6.000 Erkrankungen gemeldet worden: 2.176 in Berlin, rund 2.000 in Sachsen, 1.100 in Brandenburg, 764 in Thüringen und 90 in Sachsen-Anhalt.
Bundesministerin Ilse Aigner (CSU) erklärte am Rande der Herbstkonferenz der Landwirtschaftsminister von Bund und Ländern in Schöntal (Baden-Württemberg), Ziel müsse es sein, die Ursache der Erkrankungen schnellstmöglich zu finden.
Die verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Nicole Maisch, kritisierte unterdessen, dass noch immer ein nationaler Krisenstab mit Durchgriffsbefugnissen fehle. Die aktuellen Erkrankungen zeigten, dass Krisen nicht an Bundesländergrenzen Halt machten. Dass die Behörden in den einzelnen Ländern nach eigenem Ermessen handeln, funktioniere in Krisensituationen nicht.
Von der SPD kam die Forderung nach verpflichtenden Qualitätsstandards für das Schulessen. Die Qualität des Essens müsse das erste Wahlkriterium sein und nicht der günstigste Preis. "Eine gesunde Schulverpflegung ist für Kinder und Jugendliche so wichtig wie Mathe oder Deutsch. Sie darf auf keinen Fall krank machen", sagte die Abgeordnete Petra Crone.










