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Was bringt das Fasten wirklich?

22.02.12

Heute fängt die Fastenzeit an - und da beginnen viele mit einer Entschlackungskur, um gesund und fit in den Frühling zu starten.Was bringt Fasten wirklich? Gewichtsverlust, Reinigung von Innen- oder ist die ganze Quälerei am Ende etwa umsonst?

Fünf Tage lang nur Flüssigkeit. Mit dem sogenannten Heilfasten soll der Körper angeblich entschlackt werden - Janett Lehmann ist überzeugt von dieser inneren Reinigung: "Dieses Gefühl, auch mal auf Nahrung zu verzichten und seinem Körper etwas Gutes zu tun, gibt einem unheimlich viel Kraft." Einmal im Jahr fastet die 30-Jährige. An der Frage, ob Entschlackungskuren wirklich Sinn machen, scheiden sich allerdings die Geister. Heilpraktikerin Simone Böhme befürwortet das Fasten, Ernährungsexpertin Dr. Ulrike Kreinhoff zweifelt an dem Sinn des Fastens.

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Streitpunkt Nr. 1: Giftstoffe
"Entschlacken bedeutet, sich von Stoffwechselendprodukten, Giften und Säuren, die sich im Körper anlagern können, zu befreien", so Simone Böhme. Doch Dr. Kreinhoff hält hingegen: ""Dadurch, dass es Schlacken im Grunde genommen gar nicht gibt, ist das, was beim Fasten den Körper verlässt, im Grunde genommen nur ganz viel Wasser." Aber auch Abbaubestandteile, die beim Fettabbau oder auch beim Eiweißabbau entstehen, würden beim Fasten ausgeschieden. Diese Stoffe - Ketone genannt - sind es auch, die das Glücksgefühl beim Fasten auslösen. Doch ob das nur positiv ist - darüber herrscht Uneinigkeit.

Streitpunkt Nr. 2: Das Körpergefühl.
Die Heilpraktikerin ist überzeugt von den positiven Effekten des Fastens: "Im Körperlich kann es sein, dass der Kreislauf entlastet und dass plötzlich mehr Energie frei wird für andere Dinge, weil der Körper nicht mehr soviel Kraft zum Verdauen aufbringen muss." Die Ernährungsexpertin aber gibt zu bedenken, dass der Körper Energie
braucht. "Wenn dem Körper keine Nahrung zugeführt wird, dann braucht er trotzdem Zucker, zum Beispiel fürs Gehirn oder andere Organe. Und da geht es dann an die Körpermuskulatur, unter anderem auch an den Herzmuskel." Dieser Effekt tritt allerdings erst nach einer längeren Fastenzeit ein. Auf Nummer sicher geht, wer unter ärztlicher Betreuung fastet und das maximal 10 Tage. Und: Nur wer gesundheitlich fit ist, sollte auf Nahrung verzichten.

Streitpunkt Nr. 3: Der Abnehm-Effekt
Dr. Kreinhoff kritisiert, dass sich durch das ein- oder mehrmalige Fasten nichts an den täglichen Ernährungsgewohnheiten ändere. Böhme bewertet den Gewichtsverlust jedoch positiv und sieht ihn als gute Chance, darauf aufzubauen. "Körperlich fallen ein Paar Pfunde weg. Das ist eine gute Möglichkeit, sich nach dem Winter besser zu fühlen."

Aber in einem sind sich die beiden Expertinnen einig: Als richtige Diät taugt Fasten nicht.

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