Happy Hour: Warum es bei den meisten Cocktails nichts zu Lachen gibt
19.10.12
Billiger Fusel statt Markenalkohol: Geht die Happy Hour auf Kosten der Gäste?Foto: dpa bildfunk
Billige Cocktails aus billigem Fusel
In der Happy Hour unterbieten sich die Cocktailbars gegenseitig nach dem Motto: Je günstiger der Preis, desto mehr Gäste. Doch was können die Kunden vom Cocktail zum Spartarif überhaupt erwarten? Gibt es auch in der Happy Hour Markenalkohol oder wird nur Billigfusel ausgeschenkt? Und wie viel Alkohol ist tatsächlich im günstigen Cocktail?
Karsten Kruske ist seit 25 Jahren Barkeeper und betreibt eine eigene Barkeeper-Schule. Er weiß genau, wie der perfekte Cocktail aussehen muss. Er testet für 'Punkt 12' verschiedene Lokale. In der ersten Testbar kostet der Caipirinha in der Happy Hour 50 Cent weniger als sonst - der Geschmack ist stark sprittig. "Hier wird mit billigem Fusel gearbeitet", sagt der Fachmann.
Billiger Alkohol in der Happy Hour? Gilt das auch für den Tequila Sunrise? Hier das gleiche: Auf der Karte wird Markenalkohol versprochen, doch an der Bar steht ein günstiger Tequila, der auch ausgeschenkt wird. Die Gäste bekommen hier also Billigfusel. Um zu testen, ob in der Happy Hour nicht nur am Markenalkohol gespart wird, sondern auch noch an der Menge des Alkohols, entnimmt der Tester eine Probe entnommen. Die wird später im Labor untersucht.
Karsten Kruske ist seit 25 Jahren Barkeeper und betreibt eine eigene Barkeeper-Schule. Er weiß genau, wie der perfekte Cocktail aussehen muss. Er testet für 'Punkt 12' verschiedene Lokale. In der ersten Testbar kostet der Caipirinha in der Happy Hour 50 Cent weniger als sonst - der Geschmack ist stark sprittig. "Hier wird mit billigem Fusel gearbeitet", sagt der Fachmann.
Billiger Alkohol in der Happy Hour? Gilt das auch für den Tequila Sunrise? Hier das gleiche: Auf der Karte wird Markenalkohol versprochen, doch an der Bar steht ein günstiger Tequila, der auch ausgeschenkt wird. Die Gäste bekommen hier also Billigfusel. Um zu testen, ob in der Happy Hour nicht nur am Markenalkohol gespart wird, sondern auch noch an der Menge des Alkohols, entnimmt der Tester eine Probe entnommen. Die wird später im Labor untersucht.
Qualität kann man schmecken
In der nächsten Bar kostet der Caipirinha zur Happy Hour nur noch die Hälfte. Kein Wunder, denn hauptsächlich besteht der Drink nur aus billigem Crush-Eis. Eine Stunde später: Die Happy Hour ist vorbei, aber wie sieht der Caipirinha jetzt aus? Immerhin kostet er nun knapp acht Euro. Aber auch jetzt ist wieder zu viel Eis im Glas. Happy Hour oder nicht - das macht in diesem Lokal offenbar keinen Unterschied.Warum bekommen die Gäste nicht den Markenalkohol, der ihnen auf der Cocktailkarte versprochen wird? Er sei ihm schlicht ausgegangen, versucht der Barmann sich rauszureden.
Auch in der nächsten Bar kostet der Caipirinha in der Happy Hour nur 4 Euro. Experte Karsten Kruske ist diesmal angetan: "Schön frisch. Richtig gut." Die Qualität scheint zu stimmen. Hier gibt es trotz niedriger Happy-Hour-Preise nur Markenalkohol für die Gäste. Für den Barbesitzer scheint sich das trotzdem zu rechnen. Für ihn ist die Happy Hour eine gute Werbung für seinen Laden. Wenn er schlechte Ware serviere, mache dies keinen Sinn. Recht hat er.
Aber wie sieht es nun mit der Alkoholmenge der Drinks aus? Ist während der Happy Hour auch noch weniger drin? Das Ergebnis der Laboranalyse: Der Alkoholwert bleibt gleich, immer zwischen 10 und 15 Prozent. An der Menge des Alkohols wird also nicht gespart, wohl aber an der Qualität. Und das sollte sich niemand gefallen lassen.
Am Ende hilft nur eins: Dem Barkeeper ganz genau auf die Finger schauen. Denn ob Cocktails mit Billigalkohol gemixt werden oder nicht, das können oft nur echte Profis herausschmecken.












