Rudi Assauer: "Ich kämpfe, weiß nur nicht gegen wen"
01.02.12
Rudi Assauer ist an Alzheimer erkrankt. Foto: dpa bildfunk
Assauer: "Hier bin ich, das ist mein Problem"
"Ich habe Alzheimer" - das sagt Rudi Assauer in der neuen Ausgabe des 'stern'. Nach jahrelangem Schweigen ist der Ex-Schalke-Manager mit seiner schweren Erkrankung an die Öffentlichkeit gegangen. Der vermeintliche Fußball-Macho erscheint plötzlich in einem neuen Licht.
In dem Interview spricht der 67-Jährige von einer "Katastrophe", die sich in seinem Kopf abspiele. In seiner Biographie 'Wie ausgewechselt - Verblassende Erinnerungen an mein Leben', die morgen erscheint, führt er aus: "Ich erkenne gewisse Leute, zum Teil alte Freunde und gute Bekannte, auf den ersten Blick nicht mehr - das ist einfach nur schlimm für mich, eine Qual. Ich kann sie dann nicht direkt mit Namen ansprechen, bin unsicher. Im Grunde möchte ich in diesen Momenten nur weg."
Die ersten Vorboten der Krankheit seien 2004 oder 2005 aufgetaucht, noch in seiner Zeit als Manager des Bundesligisten Schalke 04. Erst im Januar 2010 begab sich Assauer in ärztliche Behandlung. Der Schritt an die Öffentlichkeit geschehe nun auch, um Gerüchten über eine Alkoholsucht entgegenzutreten. "Man sollte das Kind beim Namen nennen. Zack, bumm", schreibt Assauer, "Das soll hiermit geschehen, dann wissen es alle und müssen nicht mehr hinter meinem Rücken tuscheln. Also offenes Visier: Hier bin ich, das ist mein Problem. Wenigstens wissen die Leute nun auch ein für alle Mal, dass ich keinen Alkohol mehr trinke."
In dem Interview spricht der 67-Jährige von einer "Katastrophe", die sich in seinem Kopf abspiele. In seiner Biographie 'Wie ausgewechselt - Verblassende Erinnerungen an mein Leben', die morgen erscheint, führt er aus: "Ich erkenne gewisse Leute, zum Teil alte Freunde und gute Bekannte, auf den ersten Blick nicht mehr - das ist einfach nur schlimm für mich, eine Qual. Ich kann sie dann nicht direkt mit Namen ansprechen, bin unsicher. Im Grunde möchte ich in diesen Momenten nur weg."
Die ersten Vorboten der Krankheit seien 2004 oder 2005 aufgetaucht, noch in seiner Zeit als Manager des Bundesligisten Schalke 04. Erst im Januar 2010 begab sich Assauer in ärztliche Behandlung. Der Schritt an die Öffentlichkeit geschehe nun auch, um Gerüchten über eine Alkoholsucht entgegenzutreten. "Man sollte das Kind beim Namen nennen. Zack, bumm", schreibt Assauer, "Das soll hiermit geschehen, dann wissen es alle und müssen nicht mehr hinter meinem Rücken tuscheln. Also offenes Visier: Hier bin ich, das ist mein Problem. Wenigstens wissen die Leute nun auch ein für alle Mal, dass ich keinen Alkohol mehr trinke."
Lebemann Assauer: Schöne Frauen und flotte Sprüche
"Ich kämpfe, weiß nur nicht, gegen wen", sagt Assauer in dem Interview. Ob er manchmal über den Tod nachdenke? "Ja", antwortet Assauer, "ich denke an meinen Bruder." Sein 13 Jahre älterer Bruder Lothar lebt seit Jahren als Pflegefall auf einer Demenzstation. Auch ihre Mutter war früh an Demenz erkrankt.Assauer galt früher als lebenslustiger Partylöwe, wie er durch seine öffentliche Beziehung mit der Schauspielerin Simone Thomalla zeigte. Selten ließ er sich ohne Zigarre fotografieren, er machte, wie es sich für einen Mann seiner Vorstellung nach gehört, Reklame für Bier.
Rudi Assauer ist ein Kind des Ruhrgebiets und des Fußballs. Er wurde zwar im Saarland geboren, wuchs aber in der Revierstadt Herten auf. Der Verteidiger spielte für Borussia Dortmund und Werder Bremen über 300 Mal in der Bundesliga, er gehörte 1966 jener BVB-Mannschaft an, die als erstes deutsches Team einen Europapokal gewann. Manager war er unter anderem bei Bremen, dem VfB Oldenburg sowie zweimal Schalke 04. In seine zweite Amtszeit fielen der sensationelle Uefa-Pokalsieg (1997) der 'Knappen', die tragische Vizemeisterschaft des Vereins im Jahre 2001 und, sein "Lebenswerk", der Bau der Veltins-Arena.
























