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Nach 'Team Wallraff'-Recherchen über die Yi-Ko Holding: 3.000 Burger-King-Mitarbeiter bangen um ihre Jobs

Burger King: Handschrift von Ergün Yildiz ist geblieben

Ergün Yildiz. Er war Geschäftsführer des größten Franchisenehmers von Burger King in Deutschland, der Yi-Ko-Holding. Undercover-Recherchen des Team Wallraff zeigten einen unverantwortlichen Umgang mit Lebensmitteln, Verstöße gegen Hygienevorschriften und dass Arbeitnehmerrechte mit Füßen getreten werden – alles in mehreren Burger-King-Filialen der Yi-Ko-Holding. Andreas Bork, Deutschland-Chef von Burger King, reagierte prompt und gab sich einsichtig: „Wir waren nicht entschlossen genug. Und das bedaure ich sehr.“ Und das 'Team Wallraff' kündigte damals schon an, dass die Reporter überprüfen werden, ob diesem Versprechen auch tatsächlich Taten folgen.

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Das tat das 'Team Wallraff' auch. Und das Ergebnis der erneuten Undercover-Recherchen in Filialen der Yi-Ko-Holding war niederschmetternd. Obwohl Ergün Yildiz bereits vor Monaten auf Druck von Burger King als Geschäftsführer der Yi-Ko zurückgetreten war, hat sich kaum was geändert: Hygienemängel in der Küche, Umetikettierungen von Lebensmitteln, Schikane von Mitarbeitern.

Glaubt man Burger King, ist er das Hauptproblem: Ergün Yildiz. Dabei hatte Burger King ihn selbst ins Boot geholt: 2013 hatte er mit seiner Yi-Ko-Holding über 90 von 671 Burger-King-Filialen übernommen. So wurde er zum größten und mächtigsten Lizenznehmer der Fastfoodkette in Deutschland. Und auch zum scheinbar größten Problem des Fastfood-Konzerns. Das hatte Burger-King-Chef Andreas Bork auch bereits nach den ersten Enthüllungen von Team Wallraff erkannt und deshalb damals verkündet: „Wir haben die Kontrolle über dieses Unternehmen übernommen und treffen alle wichtigen Entscheidungen.“ Tatsächlich blieb Ergün Yildiz einer von zwei Hauptgesellschaftern der Yi-Ko-Holding.

Sechs Monate nach unseren Enthüllungen ist der Yi-Ko Holding nicht mehr zu helfen. Vor allem, weil Ergün Yildiz in einer anderen Realität zu leben scheint. So tingelte er am Wochenende durch ein paar Filialen. Dort inszenierte sich der Verantwortliche für das Desaster doch tatsächlich als eine Mischung aus Opfer und Schutzengel, sagt einem RTL-Reporter in einem Interview: „Ich stehe hinter meinen Mitarbeitern. Ich werde kämpfen, für die gesamten Arbeitsplätze, dass wir die erhalten.“

Aber wollen die eigenen Mitarbeiter das auch? Das Team Wallraff vermutet: Seine Schilder-Hochhalter hatte sich Ergün Yildiz selbst organisiert. Er nötigte Angestellte, für ihn zu demonstrieren. Menschen wie den jungen Mann, der noch immer so eine Angst vor Yildiz hat, dass er nur hinter einer Schattenwand über die inszenierte Demo für die Presse sprechen will: „Das wurde am Abend vorher weitergegeben an uns. Dass alle sich zu einer bestimmten Uhrzeit dort zu treffen haben.“ Auch die Frage, ob er genötigt wurde zu demonstrieren, antwortet der Mitarbeiter mit einem klaren „Ja!“

Ergün Yildiz scheint nun wirklich Geschichte zu sein. Damit ist auch klar: Jetzt können die 3.000 Mitarbeiter endlich darauf hoffen, dass es besser wird. Ein erster Schritt wäre der Erhalt aller Arbeitsplätze. Burger-King-Boss Andreas Bork findet dafür klare Worte: „Die Arbeitsplätze sind nicht durch uns, sondern durch die Yi-Ko gefährdet worden.“ Burger King will für die Mitarbeiter eine bestmögliche Lösung finden. Das wird sicher nicht einfach. Das Team Wallraff wird diesen Prozess weiter begleiten.

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