Japan-GP: Vettel darf Pole Position behalten

06.10.2012 | 12:14
Sebastian Vettel, Red Bull Racing Sebastian Vettel hat den Sieg in Suzuka im Visier.

Aufatmen bei Sebastian Vettel: Der Weltmeister kann seine WM-Aufholjagd in Japan von der Pole Position fortsetzen. Nach seiner Bestzeit im Qualifying in Suzuka hatte der Red-Bull-Pilot zunächst knapp drei Stunden um seinen Startplatz zittern müssen.

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Grund: Die Rennkommissare untersuchten einen Vorfall, der sich während des Qualifyings ereignet hatte. Vettel wurde vorgeworfen, WM-Spitzenreiter Fernando Alonso auf der Schlussrunde behindert zu haben und zu einer Befragung vorgeladen. Drei Stunden nach Ende des Qualifyings kam endlich die Entwarnung: Vettel darf die Pole Position beim Japan-GP behalten, die FIA-Kommissare beließen es bei einer Verwarnung des 25-Jährigen.

"Das war ein fast perfektes Qualifying", hatte Vettel nach seiner souveränen Vorstellung gejubelt. In 1:30,839 Minuten verwies der Titelverteidiger seinen Teamkollege Mark Webber klar auf Platz 2. Der neue Frontspoiler, der in der Nacht zuvor montiert worden war, verlieh Vettels Dienstwagen im wahrsten Sinne des Wortes Flügel. "Das Auto hat sich fantastisch angefühlt. Hoffentlich läuft es im Rennen auch so gut", sagte Vettel.

Platz 3 sicherte sich McLaren-Mann Jenson Button. Wegen eines Getriebewechsels muss der Brite allerdings in der Startaufstellung fünf Plätze nach hinten. Damit startet er immer noch vor Stallgefährte Lewis Hamilton, der im Finale der besten Zehn nur die neuntschnellste Runde schaffte. Von Buttons Strafversetzung profitiert WM-Spitzenreiter Fernando Alonso. Der Ferrari-Star kam mit einem Rückstand von mehr als einer Sekunde nicht über Position 7 hinaus, startet wegen der Button-Strafe am Sonntag (08:00 Uhr MESZ bei sport.de und RTL) jedoch von Platz 6.

"Es wird ein wirklich schwieriger Sonntag für uns, denn wir haben nicht die Pace. Uns fehlt eine Sekunde", analysierte Alonso ernüchtert, "wir kämpfen momentan mit Autos, deren Leistung wir nicht erreichen können." In der Gesamtwertung führt Alonso (194 Punkte) fünf Rennen vor dem großen Finale in Brasilien vor Vettel (165) und Räikkönen (149). Hamilton träumt als Vierter (142) ebenfalls noch vom WM-Titel.

Debakel für die Silberpfeile

Neben Vettel schaffte mit Nico Hülkenberg nur ein weiterer deutscher Fahrer den Sprung in die Top Ten: Der Force-India-Pilot kam auf Rang 10, muss aber wegen eines Getriebewechsels ebenfalls fünf Plätze weiter hinten ins Rennen gehen.

Ein Debakel erlebte das Mercedes-Team. Als 13. und 15. der zweiten K.o.-Runde verpassten beide Piloten die Top 10. Michael Schumacher, der am Donnerstag in Suzuka seinen Rücktritt zum Saisonende bekannt gegeben hatte, war zwar knapp zwei Zehntel schneller als Teamkollege Nico Rosberg.

Starten muss Schumacher am Sonntag aber von Platz 23. Wegen der Kollision von Schumacher mit Toro-Rosso-Pilot Jean-Eric Vergne beim vergangenen Rennen in Singapur bestraften die Rennkommissare den Altmeister mit einer Strafversetzung um zehn Startplätze.

"Das Auto war irgendwie nicht schnell genug", sagte Schumacher sichtlich ratlos. "Dabei sah es heute Morgen gar nicht mal so schlecht aus." Im 3. Freien Training hatte der siebenmalige Champion einen starken 4. Platz belegt. "Dass es jetzt so laufen muss, ist schade", klagte Schumacher enttäuscht.

Deutlichere Worte fand der neue Mercedes-Aufsichtsratschef Niki Lauda. "Katastrophe, um es auf den Punkt zu bringen", wetterte Lauda als Experte bei RTL. "Das ist nicht der richtige Weg. Michael hat im Rennen null Chancen. Wenn Nico die gleichen Probleme hat wie heute, wird es auch nicht weiter nach vorn gehen."

Timo Glock kam einmal mehr nicht über den ersten K.o-Durchgang hinaus. Als 20. feierte der Marussia-Pilot dennoch ein kleines Erfolgserlebnis. Denn der 30-Jährige ließ nicht nur seinen Teamkollegen Charles Pic und beide HRT, sondern mit Vitali Petrov auch einen eigentlich stärker eingeschätzten Caterham hinter sich. "Das war eine sehr, sehr gute Runde von mir", freute sich Glock auch deshalb, weil er in der Generalprobe am Vormittag wegen technischer Probleme nur acht Runden fahren konnte.

Startplatz 1 bedeutet für Vettel gleichzeitig die 34. Pole seiner Karriere. Damit standen bisher nur noch sein einstiges Idol Schumacher (68) und der legendäre Brasilianer Ayrton Senna (65) öfter auf der Pole. Aber die Jagd nach diesem Rekord interessiert Vettel dem eigenen Vernehmen nach nicht. "Es ist nicht so, dass ich an solche Dinge denke, wenn ich in den Wagen springe", sagte Vettel, "und die beiden sind ja auch noch ein ganzes Stück voraus." Viel wichtiger ist ihm der Sieg am Sonntag im Rennen - es wäre Triumph Nummer 24.

Bildquelle: dpa bildfunk

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Platz Fahrer Team Land Punkte A B S S C C C B R S H H C A M S S C A A Y
1 GER N. Rosberg MER GER 141 25 25 25 25 A 6 10 25 - - - - - - - - - - - - -
2 GBR L. Hamilton MER GBR 117 18 15 6 18 A 25 25 10 - - - - - - - - - - - - -
3 GER S. Vettel FER GER 96 15 A 18 A 15 12 18 18 - - - - - - - - - - - - -
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