IMMER MO & DO | 20:15

Wer wird Millionär?

Im Interview spricht Karlheinz Reher über "Wer wird Millionär?"

Der älteste Kandidat bei WWM
Karlheinz Reher bei Günther Jauch

Ältester Kandidat bei Günther Jauch: 86-Jähriger gewinnt 125.000 Euro

86 Jahre alt, seit 57 Jahren verheiratet und um 125.000 Euro reicher! Der Rentner Karlheinz Reher ist mit 86 Jahren der bislang älteste Kandidat bei "Wer wird Millionär?". Am Montag, 17. Februar 2014, schaffte es der ehemalige Journalist und Controller bis zur 14. Frage: "Nach einer allgemeinen Definition beginnt hinter der "Kármán-Linie" ...?" A: der Sommer, B: die Tiefsee, C: der Weltraum, D: die Zukunft (richtige Antwort: C: der Weltraum). Der Diplom-Volkswirt ging bei der 14. Frage kein Risiko ein, stieg aus und erspielte 125.000 Euro! Und was geschieht mit dem Gewinn? Karlheinz Reher: "Meine Frau und ich werden eine Reise mit dem Postschiff Hurtigrouten von Bergen bis zum Nordkap unternehmen und ich bezahle die kostspielige Reparatur meiner Regenrinne. Der Rest wird angelegt, gespendet und meine Kinder kriegen ein bisschen Geld."

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Der älteste Kandidat stellt sich ein paar Fragen

Wie fühlt es sich an, der älteste Kandidat bei WWM zu sein?

Karlheinz Reher: "Ich bin ein wenig stolz darauf, dass ich in diesem Alter die Sendung bei Günther Jauch so gut mit gestaltet habe. Beinahe hätte ich aber mit der Eingangsfrage Pech gehabt. Es sollten vier deutsche Arztbezeichnungen in die Fachsprache übersetzt und in die richtige Ordnung gebracht werden, zum Beispiel Frauenfacharzt in Gynäkologe etc. Damit war ich nach etwa 13 Sekunden fertig, vergaß aber "ok" zu drücken, wodurch die Zeit bis 20 Sekunden weiter lief und es dann zu Ende war. Normalerweise wäre ich damit ausgeschieden. Meine drei Mitbewerber waren aber mit dieser Aufgabe überhaupt nicht klar gekommen. Damit blieb ich als Einziger doch im Rennen und war der Gewinner der Aufgabe. Ich war riesig erleichtert, als Günther Jauch plötzlich ausrief "Karlheinz Reher" und ich zu ihm gehen konnte."

Wie halten Sie sich fit?

"Ich habe immer viel gearbeitet und die Arbeit hat auch immer Spaß gemacht. Zuhause habe ich dank meiner Frau sehr vernünftig gelebt. Außerdem sind wir eine harmonische und fröhliche Familie."

Wie oft haben Sie sich beworben und wie hat es letztlich geklappt?

"Bis der Zufallsgenerator mich auswählte, hatte ich mich 300 Mal telefonisch beworben und das leider vergeblich. Diese 300 Mal haben mich jeweils einen Euro gekostet. Das war ok und kommt jetzt wieder herein."

Was war Ihr Ziel bei Günther Jauch?

"Mein Ziel war mindestens 16.000 bis 32.000 Euro zu schaffen, weil ich nicht total durchfallen und mich nicht blamieren wollte."

Warum haben Sie die Risikovariante gewählt?

"Weil dieser vierte Joker der wichtigste Joker für mich überhaupt ist. Das Publikum kann sich manchmal irren, und mit dem 50:50-Joker kommen sie unter Umständen auch nicht weiter. Die Telefonjoker sind häufig hilflos. Aber dieser eine Joker, bei dem die Leute sich melden müssen, die das wirklich wissen und die sie fragen können, ob sie es auch wirklich wissen, ist für mich der wichtigste und interessanteste Joker."

Haben Sie sich vorbereitet?

"Ich habe zwar 24 Bände Brockhaus, aber sich mit denen vorzubereiten, ist sinnlos, denn das verwirrt nur. Was ich weiß, das weiß ich. Und wenn das reicht, dann ist es gut und wenn es nicht reicht, ist es eben Pech."

Gab es einen großen Unterschied zwischen dem Schauen am Fernsehgerät und dann aber tatsächlich auf dem WWM-Stuhl zu sitzen?

"Mir hat die Situation nichts ausgemacht. Ich bin nicht nervös gewesen und habe das gut durchgestanden. Ich konnte so sein, wie ich bin."

Hat Ihre berufliche Vielfältigkeit geholfen, die Fragen zu beantworten?

"Der Journalismus stand am Anfang meiner Laufbahn, das Schreiben der Bücher am Ende und zwischendurch war ich Controller. Mein Berufsleben hat mir bei "Wer wird Millionär?" wenig geholfen. Was mir tatsächlich aber geholfen hat, war, dass ich mit der Zeit und im Zeitgeschehen lebe und mich dafür auch interessiere."

Was sagt Ihre Frau zu dem Gewinn?

"Sie freut sich!"

Über Karlheinz Reher aus Aumühle

Der 86-Jährige arbeitet noch immer als Autor. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder (Renate, 55; Christian, 53). Um seinem Berufswunsch als Journalist nachzukommen, wollte er unbedingt eine Trainee-Stelle bei einer Zeitung haben. Deswegen bewarb er sich bei drei Zeitungen und dem Deutschen Pressedienst. Seine damalige Bewerbung ärgert ihn noch heute. "Die war unmöglich. Sie bestand nur aus vier Zeilen, in denen ich schrieb, dass ich unbedingt Journalist werden möchte und dankbar für eine Stelle wäre." Einzig der Deutsche Pressedienst antwortete ihm, und beim Vorstellungsgespräch konnte er den Chef sofort von sich überzeugen, so dass er noch am selben Tag eine Zusage bekam. Bevor er schlafen geht, nimmt er eine Pille Baldrian und trinkt eine Flasche Bockbier. Nach ein paar Stunden wird er dann wach und verbringt einen Teil der Nacht damit, Zeitungen zu lesen. Jeden Morgen stellt er sich auf die Waage, um sein Gewicht zu kontrollieren. "Wenn ich mein Gewicht halte, ist das für mich ein Ansporn, nicht zu viel zu essen." Als Controller arbeitete er viele Jahre in großen Unternehmen. "Ist man einmal Controller, ist man immer Controller."