Hubschrauber-Crash am Berliner Olympiastadion

Großübung der Polizei: Ein Toter, mehrere Verletzte

Bei einer Großübung der Bundespolizei sind in Berlin zwei Hubschrauber zusammengestoßen. Ein Pilot kam ums Leben, sieben Menschen wurden verletzt - drei davon schwer. Die Polizeihubschrauber waren im Schneetreiben am Olympiastadium kollidiert. Bei der Übung sollten bis zu 400 Beamte den Einsatz gegen Fußball-Hooligans üben.

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Hubschrauber-Crash am Berliner Olympiastadion
Bei einer Großübung der Bundespolizei am Berliner Olympiastadion sind zwei Hubschrauber in niedriger Höhe zusammengestoßen. © dpa, Hannibal Hanschke

Die Hubschrauber hatten die Aufgabe, auf dem Maifeld am Stadion Einsatzkräfte abzusetzen. Laut RTL-Reporter Thomas Berding ereignete sich der Unfall bei der Landung im Schneegestöber. Zwei Hubschrauber waren schon gelandet, als der Pilot eines dritten Hubschraubers offenbar die Orientierung verlor und auf einen der bereits gelandeten Hubschrauber prallte. Hubschrauberteile flogen durch die Luft. Zuschauer warfen sich in Deckung, mindestens einer von ihnen wurde am Bein getroffen.

Als die Sicht besser wurde, bot sich ein schlimmer Anblick. Ein Hubschrauber lag zerstört auf der Seite, auch die andere Maschine war schwer beschädigt. Die Maschinen gingen aber nicht in Flammen auf. "Unsere Sorge war, dass Kerosin ausläuft", sagte Feuerwehrsprecher Stephan Fleischer. Die Berliner Feuerwehr war mit rund 100 Einsatzkräften vor Ort. Bundespolizisten bargen nach dem Absturz Kollegen aus den Wracks. Beamte hätten untereinander Erste Hilfe geleistet, berichtete der Sprecher der Berliner Bundespolizeidirektion, Meik Gauer. "Die Kollegen sind schockiert."

Innenminister Friedrich am Unglücksort

Die Ermittlungen zur Unfallursache übernahm die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung. Routinemäßig wurde eine Mordkommission des Berliner Landeskriminalamtes eingeschaltet.

Zur Zahl der Beamten, die während des Unfalls in den Maschinen saßen, lagen zunächst keine Informationen vor. Nach Polizeiangaben handelte es sich bei den verunglückten Helikoptern um einen mittleren Transporthubschrauber vom Typ AS 332 L1 Super Puma und einen leichten Transporthubschrauber des Typs EC 155 B. Die Puma-Maschine hat laut einer Übersicht der Bundespolizei 21 Sitzplätze, der EC-Helikopter 15 (jeweils einschließlich Besatzung).

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sprach bei einem Besuch am Unglücksort neben dem Stadion von einem schrecklichen Unfall. "Wir haben einen toten Polizisten zu beklagen und sind bei den Angehörigen", sagte der Präsident der Bundespolizei, Dieter Romann. Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) äußerte die Hoffnung, dass die verletzten Polizisten schnell genesen und keine bleibenden Schäden zurückbehalten.

Zum Unfallhergang sagte der zweite Vorsitzende der Bundespolizeigewerkschaft, Hans-Joachim Zastrow, dem Sender n-tv, er sei sicher, dass es keinen Verstoß gegen Regeln gegeben habe. "Sie können absolut sicher sein, dass die Bundespolizei Einsätze mit Hubschraubern nur fliegt, wenn die Sicherheit gewährleistet ist."

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hält derartige Übungen auch unter schlechten Bedingungen für notwendig. Hubschraubereinsätze gegen Fußball-Hooligans müssten bei jedem Wetter geprobt werden, weil auch Fußballspiele bei fast jedem Wetter stattfänden. "Wir sind keine Schönwetterpolizei", sagte der DPolG-Bundesvorsitzende Rainer Wendt der 'Ostsee-Zeitung'.

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