Homberg-Ohm: Familienvater sprengt sich in die Luft

Warum rastete der 49-Jährige aus?

Nachdem sich ein Familienvater im hessischen Homberg-Ohm in seinem Auto vor den Augen der Polizei in die Luft gesprengt hat und sieben Menschen verletzte, beginnt jetzt die Suche nach den Hintergründen. War es ein Ehestreit, der eskalierte?

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Homberg-Ohm: Familienvater sprengt sich in die Luft
In der Nähe von Fulda sprengte sich ein Mann vor dem Haus seiner Familie in die Luft. © dpa, Philipp-Uwe Sehrt

In Homberg-Ohm erinnert nur noch ein Krater an das, was am frühen Sonntagmorgen hier geschehen ist. Ein 49-Jähriger hat sich - offenbar nach einem heftigen Streit mit der Ehefrau - in seinem Renault in die Luft gejagt. "Die Explosion muss wirklich unglaublich heftig gewesen sein, Nachbarn haben mir erzählt, dass die Häuser gebebt haben", berichtet RTL-Reporterin Sandra Schneider. "Durch die Druckwelle sollen Fenster und Türen heraus gerissen worden sein." Polizeisprecher Wolfgang Keller schilderte die verheerenden Ausmaße so: "Von dem explodierten Auto ist nichts mehr da. Der Motorblock flog 30 Meter weit."

Der 49-Jährige war von Beruf Sprengmeister, den Sprengstoff besorgte er sich morgens aus einem nahe gelegenen Steinbruch. Seine Frau und die Kinder befinden sich mittlerweile in psychologischer Behandlung. "Die Leute stehen unter Schock, die können wir nicht gleich befragen", hatte Keller unmittelbar nach der Tat eingeräumt.

Ehefrau und Tochter werden psychologisch betreut

In dem Wohngebiet bot sich ein Bild der Verwüstung: Die große Explosion beschädigte mehrere umliegende Gebäude und zahlreiche Autos im Umkreis von fast einem halben Kilometer. "Es sah aus wie beim Weltkrieg, überall lagen Erde und Autoteile herum", sagte Nachbarin Saskia Schneider. Insgesamt wurden sieben Menschen verletzt. Zwei Polizisten und drei Anwohner mussten unter anderem wegen Schnittwunden im Krankenhaus behandelt werden.

Die Familien aus den umliegenden beschädigten Häusern brachte die Stadt Homberg woanders unter. Experten sollen die Statik der Gebäude begutachten. Die Polizei warnt vor Sprengstoff-Stangen und -Zündern, die möglicherweise bei der Explosion verteilt worden seien. "Sie sollten keinesfalls in die Hand genommen werden. Bitte benutzen Sie in der Nähe dieser Gegenstände keine Handys oder Funkgeräte", mahnte das Polizeipräsidium Osthessen.

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