Hausmittel gegen Erkältung: Was bei Husten wirklich hilft

29.05.2015 | 12:08
Hausmittel gegen Grippe Viele Hausmittel wie Ingwertee oder Hühnersuppe haben sich seit Jahrhunderten gegen Grippe und Erkältungrn bewährt.

Hühnerbrühe statt Schmerztabletten

Bei einer Erkältung greifen zahlreiche Menschen gerne zu alten Hausmitteln. Nicht jede Rezeptur von Großmutter ist jedoch wirklich wirksam. Einige Methoden helfen je nach Art der Beschwerden aber sehr gut.

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Ein Klassiker unter den Hausmitteln ist die gute alte Hühnerbrühe. Sie wirkt zum einen äußerst wohltuend bei einer Erkältung, zum anderen antibakteriell und sogar antiviral, hilft also auch gegen Grippe-Viren. Zudem hemmt sie Infekte der oberen Atemwege und lindert Gliederschmerzen.

Allerdings muss es eine selbstgekochte Brühe sein und keine fertige.
Dazu kochen Sie ein Huhn samt Knochen zwei oder besser noch drei Stunden lang bei sanfter Hitze.

Nach dem ersten Aufkochen entsteht ein grauer Schaum auf dem Kochwasser. Abschöpfen und wegwerfen! Schöpfen Sie auch den größten Teil des Fettes ab. Das entlastet die Verdauung.

Gut gegen Erkältungen ist auch ein starker Ingwer-Tee. Schälen Sie dazu etwa 50 Gramm einer Knolle, schneiden oder raspeln sie und köcheln Sie das Ganze etwa 30 Minuten lang.

Falls Sie keinen Ingwer im Haus haben: Mischen Sie einen Teelöffel Pfeffer mit einem oder zwei Teelöffeln Honig: Aufessen!

Sowohl der Ingwer als auch der Pfeffer bewirken, dass der Körper warm wird. Sie sollten sich dann mit einer Wärmflasche ins Bett legen und möglichst auch schlafen. Das wird Ihnen allerdings nur mit dem Ingwer-Tee gelingen. Der Pfeffer hält wach und ist eher was für tagsüber.

Das hilft gegen Schnupfen und Erkältung

Typisch für eine Erkältung ist die Schniefnase oder aber auch eine verstopfte Nase. Hilfreich kann da eine Nasendusche sein, bei der Sie kühles Leitungswasser oder eine spezielle Kochsalzlösung durch ein Nasenloch sanft einsaugen und durch das andere wieder ausschniefen. Etwas Überwindung kostet das zwar, aber die Schleimhäute schwellen merklich ab, so dass das Atmen leichter fällt.

Spezielles Salz für Spülungen gibt’s in der Apotheke, Sie können aber die Lösung ebenso selbst vorbereiten. Ein Viertel Teelöffel Kochsalz auf eine Tasse abgekochtes Wasser. Mit dieser Lösung zu gurgeln, lindert übrigens auch Hals- und Rachenschmerzen. Da können Sie die Halstabletten auch mal getrost in der Schublade lassen und stattdessen mehrmals täglich gurgeln.

Wenn der Schmerz aber nach zwei Tagen nicht verschwindet oder sogar schlimmer wird, sollten Sie die Behandlung ändern und am besten Ihren Hausarzt aufsuchen.

Eine Alternative zur Nasendusche ist die normale Dusche. Bevor Sie abends ins Bett gehen, sollten Sie sich unter die Dusche stellen und dabei auch (warmes!) Wasser in die Nase laufen lassen. Dadurch werden Viren ausgespült.

Hausmittel gegen Erkältung: Was bei Husten wirklich hilft

Fencheltee statt Magenpillen

Das hilft gegen Fieber

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Zu den hilfreichen, kostengünstigen und auch bei Kindern anwendbaren Mitteln zählen beispielsweise Wadenwickel, um Fieber zu bekämpfen. Dabei werden zwei nass-kühle, ausgewrungene (Leinen-) Tücher um die Waden geschlagen, darüber kommt eine zweite Lage aus trockenen Frotteetüchern. Am effizientesten ist es, wenn der Patient derweil im Bett liegen bleibt, damit die Wickel nicht verrutschen. Die feuchten Tücher sind je nach Bedarf alle 15-20 Minuten zu erneuern. Schon wenige Stunden später wird das Fieber sinken. Wadenwickel wirken gegen hohes Fieber.

Ein Wadenwickel setzt voraus, dass die unteren Extremitäten gut durchblutet sind. Bei zu hohem Alter und Störungen der Durchblutung (Raucherbein oder Diabetes) sollten Sie auf Wadenwickel verzichten.

Gegen das Fieber kann auch ein sogenanntes Salzhemd wirken. Dabei wird ein T-Shirt in dreiprozentige Salzlösung - dazu lösen Sie drei Gramm Salz in 100 Mililiter Wasser - getaucht. Dann ziehen Sie das Hemd an und darüber einen warmen Pullover. Anschließend legen Sie sich ins Bett und schwitzen etwa 30 Minuten lang. Dies unterstützt den Körper bei leichtem Fieber.

Gegen hohes Fieber eignet sich auch ein "absteigendes Vollbad". Dazu lassen Sie sich ein Vollbad ein, das eine Temperatur von etwa 35 Grad haben sollte. Nach zehn Minuten Baden lassen Sie kaltes Wasser dazulaufen und senken somit die Temperatur auf 30 Grad. Dies entzieht dem Körper Wärme und das Fieber sinkt.

Förderlich ist auch, Holunder- oder Lindenblütentee zu trinken. Das steigert die Abwehrkräfte, wirkt fiebersenkend und harntreibend. Ein bis zwei Tage Bettruhe sind bei diesem Teekonsum allerdings zu empfehlen, weil auch die Schweißproduktion unseres Körpers angeregt wird. Wer seinen Körper zusätzlich mit Arbeit fordert und verschwitzt durch die Gegend hetzt, kann schnell seine Erkältung verschlimmern.

Weniger schweißtreibend, aber fiebersenkend und gegen Entzündungen wirken Tees aus Mädesüßblüten oder Weidenrinde. Die entsprechenden Kräuter sind in der Apotheke oder in gut sortierten Teehäusern erhältlich. Gesüßt werden darf mit Honig, der schleimlösend und entzündungshemmend wirkt.

Kräutertee-Sorten wie Fenchel und Kamille helfen insbesondere bei Magen- und Darmproblemen. Sie wirken entkrampfend und machen Verdauungstabletten in vielen Fällen unnötig. Allerdings sollten Sie viel davon trinken, also schon mehr als eine Tasse.

Hausmittel gegen Erkältung: Was bei Husten wirklich hilft

Fußbad gegen dicken Kopf

Gegen den symptomatisch dicken Kopf bei einer Erkältung hilft ein Fuß- beziehungsweise Wadenbad. Klingt erstmal unlogisch, es klappt aber. Wie das geht? In einer bequemen Sitzposition taucht man die Beine bis zu den Knien in ein Wasserbad, das rund 37 Grad Celsius warm ist. Sind die Füße kalt, kann auch das Wasser etwas kälter sein. Über zehn bis 15 Minuten gibt man kontinuierlich heißes Wasser hinzu, bis eine Temperatur von rund 40 Grad Celsius erreicht ist.

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Die Wirkung des leicht schweißtreibenden Bades wird verstärkt, wenn dem Wasser Senfmehl zugefügt wird. Das Bad wirkt entspannend, macht den Kopf wieder frei und Ihre Füße warm. Aber Vorsicht: Senfmehl wirkt auf empfindliche Personen allergieauslösend.

Aber auch Tee kann Kopfschmerzen lindern, allen voran Rosenblütentee. Geben Sie für den Tee einen Teelöffel Rosenblüten in eine Tasse und übergießen Sie diese mit kochendem Wasser. Lassen Sie den Tee zehn Minuten ziehen. Der Tee wirkt entspannend und entkrampfend.

Über Nacht kann auch Pfefferminzöl Linderung verschaffen. Träufeln Sie je einen Tropfen auf beide Schläfen. Dies senkt das Scherzempfinden.

Gurgeln gegen Halsweh

Der richtige Wickel hilft auch bei Halsschmerzen. Hier ist Quark, der entzündungshemmend wirkt, das richtige Mittel. Er wird fingerdick auf den Hals gestrichen und ebenfalls mit einem Leinentuch abgedeckt. Sobald der Quark getrocknet ist, kann der Umschlag erneuert werden. Insgesamt sollte der Wickel bis zu anderthalb Stunden auf der Haut verweilen.

Ein angenehmer Nebeneffekt: Das Milchprodukt pflegt die Haut und lässt sie samtweich werden. Bei Heiserkeit empfiehlt können Sie über Nacht einen Halswickel anlegen, der mit gehackten Zwiebeln gefüllt ist.

Wohltuend sind auch Salbeieiswürfel. Dafür ist Salbeitee etwas stärker als üblich zu kochen. Abgekühlt wird er in eine Eiswürfelform gegossen und eingefroren. Bei Halsschmerzen kann der Salbeieiswürfel die Lutschtabletten ersetzen.

Aber auch Gurgeln mit Salzwasser kann Halsschmerzen bekämpfen und lindern. Für die Salzlösung lösen Sie einen Esslöffel Salz in einem Liter Wasser auf.

Für zwischendurch eignen sich Gewürznelken, die Sie kauen können. Deren ätherische Öle bekämpfen die Entzündung.

Hausmittel gegen Erkältung: Was bei Husten wirklich hilft

Brustwickel gegen hartnäckigen Husten

Der lästigen Bronchitis mit Husten rücken Sie wirkungsvoll mit Brustwickeln zu Leibe. Empfehlenswert sind Schmalzwickel mit Eukalyptusöl. Die Brust wird dünn mit reinem Schmalz eingerieben. Darauf werden drei bis fünf Tropfen Eukalyptusöl geträufelt und gleichmäßig im Schmalz verteilt. Das Ganze ist mit einem Leinentuch abzudecken und einem Wollschal zu umwickeln. Gut zugedeckt verspürt bald jeder eine wohlige Wärme.

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Sie aktiviert auch das Öl, das dann als Dampf eingeatmet wird und den Husten löst. Da muss man nicht in der Apotheke die oft teuren Hustenlöser kaufen.

Für Wickel eignet sich auch Bienenwachs. Erhitzen Sie dazu eine Bienenwachsplatte mit dem Fön, geben Sie das Wachs auf ein Handtuch und legen Sie den Wickel auf die Brust. Bienenwachswickel eignen sich besonders für Kinder. Allerdings sollte der Wickel nicht zu warm sein.

Schokolade schadet nicht!

Ein bewährtes Mittel ist auch süßer Zwiebelsaft. Er wird gewonnen, indem rund 75 Gramm Kandis mit 100 Gramm frisch geschnittener Zwiebeln über Nacht ziehen gelassen werden. Am nächsten Morgen kann der Saft abgeschüttet werden. Drei bis fünf Esslöffel sind über den Tag verteilt einzunehmen.

Aber auch Thymian kann den Husten lindern. Übbergießen Sie dafür einfach einen Teelöffel getrockneten Thymian mit kochendem Wasser und lassen Sie ihn 10 Minuten ziehen. Und schon haben Sie einen wohltuenden Bronchialtee, von dem Sie bis zu drei Tassen pro Tag trinken sollten.

Zwischendurch schadet es auch nicht, ein Stück Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil zu naschen. Ganz im Gegenteil: Im Kakao ist Theobromin enthalten, das hustenlindernd wirkt.

Hausmittel gegen Erkältung: Was bei Husten wirklich hilft

Ohrenschmerzen können auch im Zusammenhang mit Erkältungen auftreten. Eine Wärmebehandlung mit Wärmflasche oder Rotlichtlampe kann die Beschwerden lindern.

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Aber auch Umschläge mit gekochten Kartoffeln, Knoblauch oder Zwiebeln sollen hilfreich sein. Für Zwiebelwickel werden beispielsweise Zwiebeln kleingeschnitten und in ein Baumwolltuch eingeschlagen. Das Päckchen wird anschließend auf das entzündete Ohr gelegt, wo es mit Hilfe von Schal oder Mütze zu befestigen ist. Das Zwiebelsäckchen kann kalt oder warm verwendet werden.

Für einen warmen Wickel wird das Päckchen vor dem Benutzen kurz über heißem Wasserdampf erwärmt. Da das Säckchen nicht zu heiß sein darf, ist vor der Verwendung die Temperatur gut zu überprüfen.

Auch Kohlauflagen können gegen böse Ohrenschmerzen helfen. Nehmen Sie dafür einige Blätter Kohl oder Wirsing und trennen Sie die harte Mittelrippe raus. Dann sollten Sie die Blätter plattwalzen, um die Flüssigkeit rauszupressen. Legen Sie die Blätter anschließend auf das schmerzende Ohr und geben Sie ein Handtuch darüber. Dieses Konstrukt können Sie mit einem Heilpflaster fixieren. Am besten lassen Sie die Auflage über Nacht einwirken.

Die Kohlauflage hilft bei der Heilung, indem Sie dem Körper Giftstoffe entzieht und die Durchblutung ankurbelt.

Bildquelle: iStockphoto
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