Debatte über hirntote schwangere Frau: "Körper wird als Brutkasten missbraucht"

Gesetz siegt über Vernunft

In den USA ist eine Debatte über eine für hirntot erklärte Frau entbrannt, die wegen ihrer Schwangerschaft künstlich am Leben gehalten wird - gegen ihren eigenen Willen. Die 33 Jahre alte Marlise Muñoz war im November in ihrer Küche kollabiert, vermutlich wegen einer Lungenembolie. Damals war sie im vierten Monat schwanger. Ärzte in Fort Worth (Texas) erklärten sie für hirntot.

- Anzeige -
Gesetz siegt über Vernunft
Marlise Muñoz mit ihrem Ehemann Erick © picture alliance / landov, COURTESY MUNOZ FAMILY

Ihren Angehörigen zufolge wollte Muñoz nie von medizinischer Technologie am Leben gehalten werden. Da Texas einer der insgesamt zwölf US-Bundesstaaten ist, der es Ärzten laut Gesetz verbietet, Schwangeren die Lebenserhaltungsmaßnahmen zu kappen, muss die Familie nun möglicherweise vor Gericht ziehen. Muñoz Mutter Lynne Machado sagte, es gehe nicht um ideologische Entscheidungen für oder gegen das Leben, sondern darum, ob "die Wünsche unserer Tochter von Texas respektiert werden".

Die Entscheidung des Krankenhauses hatte im ganzen Land Erschütterung und Empörung ausgelöst. Die Tageszeitung 'Dallas Morning News' kommentierte die Situation als "Körper, der als Brutkasten missbraucht wird".

"Wir kämpfen nicht gegen die Familie Muñoz", sagte eine Sprecherin des Krankenhauses. "Wir handeln nach dem Gesetz." Der Fall ist besonders schwierig, da er ethische Fragen um Sterbehilfe und Abtreibung aufwirft.

00:00 | 00:31

Die große DSDS-No-Limits-Castingtour

Das offene Casting: Heute in Essen und Hamburg