MO | 19.12. | 21:15

Team Wallraff

Burger King zahlt nach Tarif, gründet Gästebeirat, öffnet Küchen

Burger-King-Chef verspricht Verbesserungen

Es waren eindeutige Missstände, die Team Wallraff-Reporter Alexander Römer in fünf Filialen von Burger King-Franchisenehmer Ergün Yildiz aufgedeckt hat: Abgelaufene Lebensmittel, bedenkliche Hygienezustände, zum Teil katastrophale Arbeitsbedingungen.

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Die Kritik richtete sich gegen den Franchisenehmer Ergün Yildiz und seine Firma Yi-Ko Holding. Er war Geschäftsführer von zirka 90 Burger King-Filialen – bis zur Ausstrahlung der Team Wallraff-Reportage. Eine Woche danach teilte Burger King mit, dass Yildiz als Geschäftsführer der Yi-Ko-Holding zurücktritt. Nicht nur dieses Beispiel zeigt: Burger King bemüht sich um Wiedergutmachung. Zum ersten Mal stellte sich nun der Geschäftsführer von Burger King Deutschland Andreas Bork den Fragen von Undercover-Reporter Alexander Römer.

Wie war das für Sie, als Sie die Reportage im Fernsehen gesehen haben?

Andreas Bork: Es ist sicherlich keine einfache Situation gewesen, aber wir haben sehr schnell reagiert, haben innerhalb weniger Tage einschneidende Veränderungen bewirkt. Das war uns wichtig, um die Situation zu verbessern und gleichzeitig die Arbeitsplätze zu sichern.

Es waren zahlreiche Mängel, die die Reporter von Team Wallraff in Yildiz‘ Burger King-Filialen aufdecken konnten.

Der erste Vorwurf: Die mangelhafte Hygiene. In einer Yildiz-Filiale wurde Fleisch stundenlang warm gehalten. Lebensmittel wurden umetikettiert.

Andreas Bork nimmt dazu wie folgt Stellung: „Zuerst möchte ich festhalten, dass die Burger-King-Standards deutlich über den gesetzlichen Vorschriften liegen. Wir werden einen Gästebeirat ins Leben rufen in den nächsten Tagen in dieser Woche, um uns auch von den Gästen klar sagen zu lassen, was ihnen gefällt und was nicht. Wir werden auch die Küchen öffnen für Journalisten und für die Gäste, die sich das gerne angucken wollen.“

Lohnfortzahlung und Zuschläge für alle Mitarbeiter

Der zweite Vorwurf: Die schlechten Arbeitsbedingungen Fehlende Küchengeräte, Gesundheitsrisiken beim Tauschen des Frittierfettes.

Andreas Bork verspricht: „Zusätzlich zu unseren eigenen Kontrollen haben beschlossen, alle unsere Restaurants vom TÜV Süd überprüfen zu lassen. Uns war es gerade in der jetzigen Situation wichtig, ein Zeichen zu setzten. Wir lassen uns von einem unabhängigen Institut, was eine große Reputation hat, unabhängig und unangekündigt überprüfen.“

Der dritte Vorwurf: Keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall Außerdem wurden Mitarbeiter oftmals untertariflich bezahlt.

Andreas Bork: „Die Yi-Ko wird sich an das Gesetz halten, und sie wird den Tarifvertrag einführen, der ganz klare Regelung beinhaltet: Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, für alle Mitarbeitergruppen, ob Vollzeit, Teilzeit oder Geringverdiener. Selbstverständlich werden auch Zuschläge für Feiertage und Nachtarbeit, Weihnachts- und Urlaubsgeld dort festgelegt und umgesetzt.

Der vierte Vorwurf: Der Druck auf die Arbeitnehmer Etwa jeder 15. Mitarbeiter befand sich im Rechtsstreit mit Yildiz. Dahinter steckte oftmals Rechtsanwalt Helmut Naujoks. Seine Spezialität: Eigentlich unkündbare Mitarbeiter dazu zu bringen, das Unternehmen zu verlassen.

Andreas Bork: „Wir von Burger King haben mit Herrn Naujoks nicht zusammengearbeitet und werden das auch in Zukunft nicht tun. Yi-Ko hat die Zusammenarbeit mit Herrn Naujoks beendet und wird das auch in Zukunft nicht mehr tun.“ Außerdem sei er zuversichtlich, 90 Prozent der laufenden Gerichtsverhandlungen innerhalb der kommenden Wochen beizulegen.

Was Burger King jetzt braucht, ist ein bisschen Zeit: Die kommenden Monate müssen zeigen, ob sich bei Hygiene und Arbeitsbedingungen etwas verbessert. Extra und Team Wallraff werden weiterhin beobachten, ob Burger King seine Versprechen einlöst.

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