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Team Wallraff

Burger King: 'Team Wallraff' prüft die Zustände erneut

01.12.2014 | 11:40
Reporter Alexander Römer bei Burger King Undercover-Reporter Alexander Römer (l.) im August 2014 mit einem Filialleiter (r.) bei einem 'Tag der offenen Küche'.

Burger King: 'Team Wallraff' präsentiert neue Recherchen

Burger King kommt nicht aus den Schlagzeilen: Im Frühjahr hatte 'Team Wallraff - Reporter undercover' gravierende Missstände beim Burger-King-Franchiser Yi-Ko-Holding aufgedeckt. Seit dem Sommer überprüften die Reporter in verdeckten Recherchen, ob angekündigte Konsequenzen auch umgesetzt werden. Nachdem RTL in der vorvergangenen Woche - und damit rechtzeitig vor der geplanten Update-Sendung - die Burger-King-Geschäftsführung mit den alarmierenden Rechercheergebnissen konfrontiert hatte, kündigte das Unternehmen Mitte seinem Franchisenehmer Yi-Ko fristlos. Die unmittelbare Zukunft der betroffenen Restaurants und damit auch die der rund 3.000 Beschäftigten dort ist derzeit ungewiss.

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Das RTL-Reportage-Magazin 'Team Wallraff – Reporter prüfen nach' präsentiert heute die Ergebnisse seiner neuerlichen und monatelangen Recherchen. Eine als Studentin Sabine in mehreren Filialen der Yi-Ko-Holding eingeschleuste Reporterin dokumentiert dabei anhaltend gravierende Mängel: Viele der Burger-King-Standards werden in den Yi-Ko Restaurants weiterhin nicht eingehalten. Auch die Arbeitsbedingungen für die eigenen Mitarbeiter bleiben weiterhin kritisch: Verzögerte Gehaltszahlungen oder ausbleibende Lohnfortzahlung bei Krankheit sind nach wie vor an der Tagesordnung. Zudem ist die Yi-Ko – anders als die anderen Franchisnehmer von Burger King - aus dem Tarifverbund BdS (Bundesverband der Systemgastronomie) ausgestiegen. Bei Neuverträgen ab März 2015 hätte somit nur noch Mindestlohn gezahlt werden müssen, also keinerlei Nacht- Wochenend- und Feiertagszuschläge, kein Urlaubs- und kein Weihnachtsgeld.

Günter Wallraff: „Aus Verbrauchersicht ist es ohne Frage eine gute Nachricht, dass die Burger-King-Führung nach den wiederholten und von uns dokumentierten Hinweisen auf inakzeptable Hygienebedingungen und auf schlechte Arbeitsbedingungen in Filialen der Yi-Ko Holding GmbH jetzt Konsequenzen zieht. So konnte es in den betroffenen Restaurants einfach nicht mehr weitergehen. Nach diesem radikalen Schnitt muss jetzt natürlich alles menschenmögliche dafür getan werden, dass die betroffenen Mitarbeiter aufgefangen und nicht arbeitslos werden. Es darf nicht sein, dass rund 3000 Mitarbeiter für das Missmanagement der Yi-Ko Holding doppelt bestraft werden."

Enthüllungsjournalist Günter Wallraff und Reporter Alexander Römer, der im Frühjahr undercover mit versteckter Kamera in Burger-King-Filialen gearbeitet hatte, konfrontieren Burger-King-Geschäftsführer Andreas Bork in einem ausführlichen Interview mit den neuerlichen Vorwürfen und den Folgen der jetzt von ihm vollzogenen Kündigung des Franchisenehmers. Seine aktuellen Aussagen vergleichen sie mit den Versprechen, die er nach Aufdeckung des Skandals im Frühjahr RTL gegenüber gemacht hatte. Auch den jetzigen Geschäftsführer der Yi-Ko-Holding, Dr. Dieter Stummel, befragen Wallraff und Römer zu den anhaltend inakzeptablen Zuständen in seinen Filialen. Auf das unprofessionelle Lohnmanagement und ausbleibende Lohnzahlungen im Urlaubs- oder Krankheitsfall angesprochen, gerät Stummel sichtbar in Erklärungsnot.

Auf den im Mai zurückgetretenen Yi-Ko-Geschäftsführer Ergün Yildiz trifft 'Team Wallraff' in Essen auf einer Demonstration von Burger-King-Mitarbeitern, denen jetzt die Kündigung droht. Im Interview will RTL auch wissen, welchen Einfluss auf das operative Geschäft er auch nach seinem Rücktritt als Geschäftsführer als amtierender Gesellschafter der Yi-Ko-Holding hat. Das 'Team Wallraff' hat entsprechende Hinweis, dass Yildiz im Hintergrund weiter die Fäden zieht.

Ausführlich zu Wort in 'Team Wallraff – Reporter prüfen nach' kommen auch mehrere Mitarbeiter aus den betroffenen Burger-King-Restaurants. Sie berichten u.a. von Repressalien, ausbleibenden Gehältern und der ebenso gängigen wie verbotenen Praxis, abgelaufene Haltbarkeitszeiten durch Umetikettierung zu verfälschen. Zu den arbeitsrechtlichen Vorwürfen nehmen ein Arbeitsrechtler und ein Vertreter der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) deutlich Stellung.

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