Aluminium in Deos: Gefährliche Krebsauslöser?

Aluminiumhaltige Antitranspirantien in vielen Deodorants

Deos können dazu beitragen, dass Brustkrebs entsteht. Das sagen Experten und schlagen Alarm. Denn in vielen Deodorants ist Aluminium enthalten. Nach Angaben der Wissenschaftler in viel zu hohen Dosen.

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Aluminium in Deos: Gefährliche Krebsauslöser?
Wissenschaftler warnen vor aluminiumhaltigen Deodorants. © picture-alliance/ dpa, Heiko Wolfraum

Eva Glave ist Hebamme. Ein Job, der körperlich anstrengend und schweißtreibend ist. Sie sagt, Schwangere haben eine feine Nase, weshalb sie immer besonders frisch riechen wollte. Und so sprühte sie sich mehrmals täglich mit Deospray ein. Bis sie vor drei Jahren die erschütternde Diagnose erhielt: Brustkrebs mit 31! Eva Glave hatte keine erblichen Vorbelastungen in der Familie, zudem war sie immer sportlich aktiv, rauchte nicht und trank kaum Alkohol. Den Knoten in ihrer Brust ertastete sie schließlich selbst.

Evas entsetzlicher Gedanke: Sie hat selbst dazu beigetragen. Ihr übermäßiger Deogebrauch hat sie schwerkrank gemacht! Es ist ein Verdacht, den inzwischen viele Experten teilen. Nicht von Deosprays per se, sondern speziell von Antitanspirantien mit Aluminiumsalzen, aber das sind die meisten. Der schlimme Verdacht: Sie sollen vor allem bei Frauen Brustkrebs verursachen. Die 34-Jährige war keine Brustkrebs-Risikopatientin.

Die Krebsforscherin Philippa Darbre hat in den letzten Jahren vermehrt festgestellt, dass Brustkrebs bei Frauen extrem häufig in der achselnahen Region auftritt. Seither ist sie eine der führenden Forscherinnen auf dem Gebiet von Aluminium und Brustkrebs. Im Interview erklärt die Forscherin, dass Aluminium in Antitranspirantien die Schweißdrüsen unter dem Arm verschließt. Da die Brustdrüsen in unmittelbarer Nähe liegen und die gleiche Zellstruktur haben, liegt es für sie nah, dass auch diese verschlossen werden. Und genau das verursacht Zysten. Dabei stellt Philippa Darbre bei dem möglichen Risiko den Deogebrauch gänzlich in Frage. Denn früher kamen die Menschen auch ohne Deodorants zurecht.

Die, die ihren Umsatz damit machen, wiegeln jedoch ab. Und das, obwohl momentan extrem viele Verbraucher besorgt sind. Auf der Internetseite einer Drogeriekette steht bei den 247 meistgestellten Kunden-Fragen an erster Stelle: "Welche Deos enthalten kein Aluminium?" Verbraucher wünschen sich offenbar Aufklärung.

Aluminium-Deos gehören in den Müll!

Reporterin Claudia Hörning will deshalb herausfinden, ob Alu-Deosprays berechtigterweise für Wirbel sorgen. Immerhin galt Aluminium lange Zeit als harmloses Leichtmetall. Doch das hat sich mittlerweile geändert, denn einmal aufgenommenes Aluminium scheidet der Körper nicht vollständig wieder aus, sondern lagert es teilweise ein. Bis zu 30 Jahre. Hauptspeicher sind die Knochen, innere Organe wie zum Beispiel die Lunge und das Gehirn.

Es lässt sich allerdings gar nicht vermeiden, im Alltag Aluminium aufzunehmen. Allein durch Lebensmittel. Laut der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit darf eine 60 Kilo schwere Person unbesorgt 60 Milligramm Aluminium oral pro Woche zu sich nehmen. Doch wie hoch ist der Aluminiumanteil bei Deosprays? Auch dieser Frage geht Reporterin Claudia nach und steht plötzlich vor einem Problem. Der Auftrag Deos zu prüfen, stellt viele Laborinstitute offenbar vor eine Gewissensfrage, weil sie auch für die Industrie arbeiten. Schließlich findet sich ein Labor, das verschiedene Deosprays auf deren Aluminiumgehalt überprüft. Die Laborergebnisse, die eine Woche später kommen, sind schockierend. Das günstigste Deospray liegt mit 362 Mikrogramm weit über der empfohlenen Aufnahmemenge von 60 Mikrogramm über die Haut pro Woche. Das zweit Deo der mitlleren Preisklasse liegt nur knapp darunter. Den geringsten Alugehalt hat unser teuerstes Antitranspirant. Dennoch nimmt man auch mit den 75,6 Mikrogramm immer noch 15 Mikrogramm mehr auf, als pro Woche geraten wird.

Obwohl Wissenschaftler von der Krebsgefahr durch Alu-Deos überzeugt sind, ist man beim Bundesinstitut für Risikobewertung noch zurückhaltend und wartet auf mehr Forschungsergebnisse wieviel Aluminium tatsächlich durch die Haut in den Körper gelangt. Doch es gibt bereits wissenschaftliche Anhaltspunkte, die Anlass zu größter Vorsicht geben. Sie besagen nämlich, dass etwa 0,33% des aufgesprühten Aluminiums von der Haut aufgenommen werden.

Darüber sind zwar schon viele Verbraucher besorgt, doch es gibt noch genug Nutzerinnen, die das einfach verdrängen oder für die die Gefahr Aluminium im Deo völliges Neuland ist. Um das Risiko an Brustkrebs zu erkranken zu vermeiden, sollte man vor allem nicht auf frisch rasierte Achselhaut sprühen und nach Naturkosmetik oder Deosprays suchen, die keine Aluminiumsalze enthalten. Denn solche sind von Kosmetik-Herstellern auch erhältlich.

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